WikiLeaks ist eine Internet-Plattform, auf der jeder anonym Dokumente veröffentlichen kann, solange diese bestimmten Kriterien genügen (z. B. Öffentliches Interesse).
Das Projekt will „denen zur Seite stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.“[1] Dazu wurde ein System „für die massenweise und nicht auf den Absender zurückzuführende Veröffentlichung von geheimen Informationen und Analysen“[1] geschaffen.
WikiLeaks wurde 2006 ins Leben gerufen und war ursprünglich nach dem Wiki-Prinzip aufgebaut. Es ist nach eigener Aussage unzensierbar.[2]
Für WikiLeaks arbeiten fünf feste Mitarbeiter, bisher unbezahlt, und etwa 800 Gelegenheitsbeiträger.[3]Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Hintergrund 2 Geschichte 2.1 Die Plünderung von Kenia im Guardian 2.2 Guantánamo-Bay-Handbücher 2.3 Bank Julius Bär gegen WikiLeaks 2.4 Scientology 2.5 BNP-Mitgliederliste 2.6 Sperrung der deutschen Domain 2009 2.7 Veröffentlichung von Internetsperrlisten und Ermittlungsverfahren gegen Wikileaks 2.8 Sperrung der WikiLeaks-Domains im Iran 2009 2.9 Kaupthing-Bank 2.10 Minton-Report über toxische Abfälle in der Elfenbeinküste 2.11 Weitergabe von Bankdaten aus der Europäischen Union an die USA 2.12 Abgefangene Pagernachrichten vom 11. September 2001 2.13 Climategate 2.14 Veröffentlichung der Toll-Collect-Verträge 2.15 Kunduz-Feldjäger-Report 2.16 Pläne zur Errichtung eines Datenhafens in Island 2.17 Pläne des US-Geheimdienstes WikiLeaks zu unterminieren 2.18 US-Geheimdienstbericht über Meinungsmanipulation zum Afghanistaneinsatz
Durch diesen Bericht, der letzte Woche im TV auch gebracht wurde, wurde ich wieder an wikileaks erinnert. Es lohnt sich, immer mal wieder darin herumzustöbern!
Gewaltsamer Tod irakischer Zivilisten und Journalisten durch US-Militärs [Bearbeiten]
Am 12. Juli 2007 wurden etwa ein Dutzend zivile Passanten – darunter die beiden Reuters-Mitarbeiter Saeed Chmagh (auch: Said Chmar) und Namir Noor-Eldeen (auch: Namir Nur-Eldin) – in Bagdad von Bordschützen US-amerikanischer Apache-Hubschrauber mit 30-mm-Bordmaschinenkanonen erschossen.[65][66] Lieutenant-Colonel Scott Bleichwehl, Sprecher der U.S.-Streitkräfte in Baghdad, erklärte dazu:
“There is no question that coalition forces were clearly engaged in combat operations against a hostile force.”
„Es steht außer Frage, dass die Streitkräfte der Koalition sich eindeutig in Kampfhandlungen gegen feindliche Kräfte befanden.“
– Lieutenant-Colonel Scott Bleichwehl: New York Times[67]
Reuters forderte daraufhin die U.S.-Streitkräfte zur Untersuchung der gewaltsamen Todesfälle auf, wobei insbesondere folgende Punkte angesprochen werden sollten:[68] Eine Erklärung, warum die beiden Kameras konfisziert wurden. Zugang zu Aufnahmen der Kameras des in den Vorfall verwickelten Kampfhubschraubers. Zugang zu Funksprüchen zwischen den Hubschrauberbesatzungen und U.S.-Bodentruppen. Zugang zu Berichten der am Vorfall beteiligten Einheiten, insbesondere eine Aufstellung aller am Tatort gefundenen Waffen.
Diese Forderungen, die auf Grund des Freedom of Information Act gestellt wurden, wurden allerdings mit Verweis auf die Sicherheit der Soldaten zurückgewiesen.
Am 5. April 2010 veröffentlichte WikiLeaks im Rahmen einer Pressekonferenz die an Bord der Apache-Hubschrauber aufgenommenen Videoaufnahmen des Vorfalls.[69] Das 38-minütige Video war von der Zielkamera der Bordkanone aufgenommen worden. Es zeigt mehrere Personen, die nach Auffassung der US-Soldaten AK-47-Sturmgewehre und eine Panzerfaust (RPG) trugen. Bei einigen der vermuteten Waffen handelte es sich um die Kameras der Journalisten. Die Bordkamera zeigt, wie das Feuer auf die Gruppe eröffnet wird. Etwa 12 Zivilpersonen, einschließlich der beiden Reuters-Mitarbeiter Saeed Chmagh and Namir Noor-Eldeen, werden getötet. Ein kurz darauf vorbeifahrender Kleinbus hält an und die Insassen versuchen (den zu diesem Zeitpunkt verletzten, aber noch lebenden) Saeed Chmagh[70][71] zu retten und werden daraufhin ebenfalls erschossen. Die Hubschrauberbesatzung behauptete zuvor gegenüber der Einsatzleitung, die Businsassen würden versuchen Waffen zu bergen. Zwei Kleinkinder, die sich in dem Bus befanden, überlebten schwer verletzt.[72][73][74]
Das veröffentlichte Video erhielt früh eine große Aufmerksamkeit in Blogs, bei Youtube und investigativen Journalisten. Später berichteten daraufhin auch Mainstreammedien international über das Video und den Vorfall. Obwohl es auch Versuche gab, die gekürzte Version des Videos als manipulierend darzustellen, so wurde z.B. in The Weekly Standard berichtet, das Video sei irreführend geschnitten, wurde die Veröffentlichung überwiegend als glaubwürdig eingeschätzt.[75] Das US-Militär gab bekannt, das Video sei echt. Das United States Central Command rechtfertigte den Einsatz damit, dass nach ihrer Einschätzung einige Personen Waffen trugen und die Journalisten aus der Entfernung nicht als Journalisten erkennbar waren. [76] Wikileaks-Mitarbeiter Assange sagte, dass er nicht definitiv sicher ist, ob anwesende Personen tatsächlich Waffen trugen (was im Irak allerdings nichts Ungewöhnliches sei), sie griffen jedoch die US-Truppen nicht an. Während z.B. Fox News der Interpretation des US-Militärs zustimmte, schätzte z.B. der Guardian ein, dass keine Waffen, jedoch die Kamera des Journalisten erkennbar gewesen ist.[77]
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
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