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Bienchen Offline

Moderator DORNRÖSCHEN
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04.01.2010 21:45
DICHTUNG antworten

Die Enkelin der Dichterin wohnt hier im Ort. Und vor Kurzem fand ein Abend über Regina Ullmann im Rathausfoyer statt. Sie ist auch hier auf dem Friedhof begraben (siehe Foto-Thread).

Regina Ullmann

Regina Ullmann,

auch Rega genannt (* 14. Dezember 1884 in St. Gallen, Schweiz; † 6. Januar 1961 in Ebersberg, Oberbayern), war eine österreichisch-schweizerische Dichterin und Erzählerin.Inhaltsverzeichnis [Anzeigen]

Leben

Regina Ullmann wurde als zweite Tochter des jüdisch-österreichischen Stickerei-Kaufmanns Richard Ullmann (1842–1889) und seiner deutschen Ehefrau Hedwig Ullmann (1859–1938) geboren. Die Familie war im vorarlbergischen Hohenems heimatberechtigt. Anscheinend war die Tochter ein hochsensibles und zugleich schwerfälliges Kind mit Sprach- und Schreibhemmungen, so dass sie zunächst nicht in die Volksschule aufgenommen wurde. In einem St. Galler Privatinstitut erhielt sie dann die erhoffte Förderung, um ab 1896 die Primar- und Sekundarschule zu absolvieren.

1902 zogen sie und ihre Mutter nach München. Sie arbeitete zeitweise an der Bayerischen Staatsbibliothek und besuchte mit der Mutter Kurse für Literatur und Kunstgeschichte. Und sie fand Zugang zu bekannten Dichtern wie Ina Seidel, Hans Carossa, Ludwig Derleth und Rainer Maria Rilke. Ab 1908 führte sie einen Briefwechsel mit Rilke, der später zu ihrem Mentor und Förderer wurde und dem sie dann 1912 zum ersten Mal begegnete.

Im Januar 1906 hatte Regina Ullmann in Wien ihre nichteheliche Tochter Gerda geboren. Sie stammte aus einer Beziehung mit dem Ökonomen Hanns Dorn. Am 18. Juli 1908 wurde in München ihre zweite nichteheliche Tochter Camilla geboren. Der Vater des Kindes war der Psychoanalytiker Otto Gross.[1] Die Mutter musste beide Kinder bei Pflegeeltern aufwachsen lassen. 1911 konvertierte sie in Altötting zur katholischen Kirche. Sie galt seither als eigenwillige, christlich orientierte Erzählerin. Charakteristisch für ihre Werke sind ihre „fromme“ Zuneigung zu den kleinen Dingen und den einfachen Menschen wie auch ihr behutsamer, detailtreuer Schreibstil.

Unverheiratet, ohne erlernten Beruf, zeitweise an schweren Depressionen leidend, an ihrer eigenen Mutter hängend, wurde sie – von ihren Lesungen abgesehen – erst mit ihrem (ersten) Erzählband Die Landstraße allmählich bekannt. Dank der Vermittlung durch Rilke erhielt sie die nötigen finanziellen Zuwendungen, zuerst von ihrem Verleger Anton Kippenberg, später von Schweizer Mäzenen und katholischen Hilfswerken. Um 1920 lernte sie weitere Dichterkollegen kennen: Thomas Mann, Robert Musil, Max Pulver und Albert Steffen, dann 1923 Carl Jacob Burckhardt.

1936 musste sie, aus dem Schutzverband Deutscher Schriftsteller ausgeschlossen, Deutschland verlassen und kehrte über mehrere Stationen in der Schweiz, in Österreich und Italien 1938 nach St. Gallen zurück. Dort lebte sie bis kurz vor ihrem Tod in einem katholischen Pflegeheim. Und dort erhielt sie 1950 (endlich!) das Bürgerrecht; seither darf sie mit vollem Recht als Schweizer Autorin gelten.

Als solche erfuhr sie dann auch eine gewisse Anerkennung: 1949 wurde sie als außerordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste aufgenommen. Im selben Jahr erschien ein Beitrag zu ihr und ihrem Werk in einem Band der Schweizer Büchergilde Gutenberg über Schweizer Dichterinnen, 1954 ein Eintrag im Lexikon der Frau sowie von ihren Freunden ein Buch zum 70. Geburtstag. Ihre Heimatstadt St. Gallen verleiht ihr im selben Jahr den Kulturpreis.

Ihre letzten Lebensmonate verbrachte Ullmann unter der Obhut ihrer Tochter Camilla. Sie starb am Dreikönigstag 1961 im bayrischen Ebersberg und wurde in Feldkirchen bei München begraben.

Werke
Originalausgaben
Die Feldpredigt. Dramatische Dichtung. Demuth, Frankfurt am Main 1907
Von der Erde des Lebens. Dichtungen in Prosa (mit einem Geleitwort von Rainer Maria Rilke). Frauen-Verlag, München/Leipzig 1910
Gedichte. Insel, Leipzig 1919
Die Landstraße. Erzählungen. Insel, Leipzig 1921
Die Barockkirche von einer Votivtafel herab gelesen und ausführlich berichtet, zugleich mit etlichen Volkserzählungen. Grethlein/Seldwyla, Zürich 1925
Der Traum von dem Engel. Erzählung. In: Der Zwiebelfisch. Zeitschrift über Bücher, Kunst und Kultur (hg. v. Wolfgang von Weber), 20. Jahrgang, Heft 2, Sonderbeilage. Hans von Weber Verlag, München 1927
Vier Erzählungen. Enthält: Das Telegramm, Modenwarengeschäft der Frau Laura Nägeli, Der verlorene Kreuzer, Von einem Aussätzigen. In einer Auflage von 150 nummerierten Abzügen mit der Hand auf Zanders-Bütten gedruckt. Rupprecht-Presse (Band 48), München 1930
Vom Brot der Stillen. Erzählungen, 2 Bände. Erlenbach-Zürich, Rentsch 1932
Der Apfel in der Kirche und andere Geschichten. Herder, Freiburg im Breisgau 1934
Der Engelskranz. Erzählungen. Benziger, Einsiedeln/Köln 1942
Madonna auf Glas und andere Geschichten. Benziger, Einsiedeln/Köln 1944
Erinnerungen an Rilke. Briefe des Dichters und die Genfer Ansprache von Carl Jacob Burckhardt für Regina Ullmann. Tschudy, St. Gallen 1945
Der ehrliche Dieb und andere Geschichten. Gute Schriften, Basel 1946
Von einem alten Wirtshausschild. Erzählungen. Benziger, Einsiedeln/Zürich 1949
Vergeltung durch Engel und andere Erzählungen, hg. v. Ellen Delp. Mit den Äusserungen Rainer Maria Rilkes und einem Vorwort von Regina Ullmann. Alber, Freiburg/München 1952
Die schwarze Kerze. Erzählungen. Benziger, Einsiedeln/Zürich 1954
Gesammelte Werke. 2 Bände, zusammengestellt von Regina Ullmann und Ellen Delp. Benziger, Einsiedeln/Zürich 1960
Neuere Ausgaben
Kleine Galerie. Eine Auswahl aus ihren Erzählungen. Mit einer Einführung in Leben und Werk von Elisabeth Antkowiak. St. Benno, Leipzig o. J. (1975)
Erzählungen, Prosastücke, Gedichte. 2 Bände, zusammengestellt von Regina Ullmann und Ellen Delp. Neu hg. v. Friedhelm Kemp. Kösel, München 1978
Ausgewählte Erzählungen, hg. v. Friedhelm Kemp. Suhrkamp (BS 651), Frankfurt am Main 1979
Goldener Griffel. Und andere Erzählungen. Schumacher-Gebler, München 1984, ISBN 3-920856-42-2
Ich bin den Umweg statt den Weg gegangen. Ein Lesebuch, hg. v. Charles Linsmayer. Huber, Frauenfeld 2000, ISBN 3-7193-1220-8
Die Landstraße. Erzählungen. Mit einem Nachwort von Peter Hamm. Nagel & Kimche, Zürich 2007, ISBN 3-312-00401-2
Briefwechsel
Rainer Maria Rilke: Briefwechsel mit Regina Ullmann und Ellen Delp, hg. v. Walter Simon. Insel, Frankfurt am Main 1987

Literatur
Regina Ullmann zum siebzigsten Geburtstag. Tschudy, St. Gallen 1954
Eintrag im Lexikon der Frau, Band 2, Sp. 1504f (Foto vor Sp. 1441). Encyclios, Zürich 1954
Barbara Binder et al. in: Helvetische Steckbriefe. 47 Schriftsteller aus der deutschen Schweiz seit 1800. Bearbeitet vom Zürcher Seminar für Literaturkritik mit Werner Weber, S. 272–77. Artemis, Zürich und München 1981
Olga Brand in: Stilles Wirken. Schweizer Dichterinnen. Büchergilde Gutenberg, Zürich 1949
Eveline Hasler: Stein bedeutet Liebe. Regina Ullmann und Otto Gross. Roman. Nagel & Kimche, Zürich 2007 ISBN 3-312-00397-0
Christine Kanz: Geschlechterdifferenzen in Literatur und Psychoanalyse. Lou Andreas-Salomé, Margarete Susman, Franziska zu Reventlow und Regina Ullman im Dialog mit Sigmund Freud und Otto Gross. In: 1. Internationaler Otto Gross Kongress. Bauhaus-Archiv, Berlin 1999. Hg. v. Raimund Dehmlow und Gottfried Heuer. LiteraturWissenschaft.de u. Laurentius, Marburg u. Hannover 2000, S. 142–166.
Friedhelm Kemp: Nachwort in Regina Ullmann, Ausgewählte Erzählungen (hrsg. v. Friedhelm Kemp), Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997 (2. Auflage).
Konrad Weiß in: Münchner Dichterbuch, hg. v. Arthur Hübscher. Knorr & Hirth, München 1929

Weblinks
Literatur von und über Regina Ullmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Stiftung Bibliomedia: Eintrag im Autoren-Verzeichnis
Texte von Charles Linsmayer zu Regina Ullmann

Einzelnachweise
↑ Raimund Dehmlow: Otto Gross. Leben und Zeit.

Quelle: http://www.wikipedia.de

Hier weitere Links über die Dichterin und ihre Verbindung zu unserem Ort:

http://www.merkur-online.de/lokales/nach...ann-554676.html

http://www.hallo-verlag.de/lokal_nachric...uenchen/1/1/Annäherung+an+Leben+und+Werk-1260441996/


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