Oscar Fingal O' Flahertie Wills Wilde (* 16. Oktober 1854 in Dublin; † 30. November 1900 in Paris) war ein irischer Schriftsteller.
Werke Gedichte Ravenna (1878) Poems (Anthologie) (1881) The Sphinx (1894) The Ballad of Reading Gaol (1898)
Erzählungen Das Gespenst von Canterville (The Canterville Ghost, 1887) Die Sphinx ohne Geheimnis (The Sphinx without a Secret, 1887) Lord Arthur Saviles Verbrechen (Lord Arthur Savile's Crime, 1887) Der Modellmillionär (The Model Millionaire, 1887)
Roman Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray, Roman, 1891)
Märchensammlungen Der glückliche Prinz und andere Märchen (The Happy Prince and Other Tales, 1888) Ein Granatapfelhaus (A House of Pomegranates, 1891)
Bühnenstücke Vera oder die Nihilisten (Vera, or the Nihilists, 1880) Lady Windermeres Fächer (Lady Windermere's Fan, 1892) Die Herzogin von Padua (The Duchess of Padua, 1893) Eine Frau ohne Bedeutung (A Woman of No Importance, 1893) Ein idealer Gatte (An Ideal Husband, 1894) Salomé (Drama, 1891) Bunbury oder die Bedeutung, Ernst zu sein (The Importance of Being Earnest, etwa 1895)
Essays Die Wahrheit der Masken (The Truth of Masks, 1885) Der Verfall der Lüge (The Decay of Lying, 1889) Feder, Pinsel und Gift (Pen, Pencil and Poison, 1889) Das Bildnis des Herrn W.H. (The Portrait of Mr. W. H., 1889) Der Kritiker als Künstler (The Critic as Artist, 1890) Der Sozialismus und die Seele des Menschen (dt. 1904, Übersetzung: Gustav Landauer) (The Soul of Man under Socialism, 1891)
Sonstiges Oscar-Wilde-Skulptur im Dubliner Merrion SquareDie einzigen Werke Wildes mit eindeutig homosexuellen Inhalten waren:
Gespräch über Freundschaft, zwei Freunde unterhalten sich über einen Dialog Platons Das Bildnis des Mr. W.H., zwei junge Männer erfinden einen Geliebten für William Shakespeare Die Autorenschaft der beiden Werke
Teleny, Roman (1895, erschien zunächst anonym) Der Priester und der Messnerknabe, Erzählung („The Priest and the Acolyte“, 1894) wird Wilde zwar zugeschrieben, ist aber nicht nachgewiesen. Man geht heute davon aus, dass Der Priester und der Messnerknabe von dem Oxford-Studenten John Bloxam (1873–1928) verfasst wurde.
Solschenizyn in Wladiwostok, 1994Alexander Issajewitsch Solschenizyn (russisch Александр Исаевич Солженицын, wiss. Transliteration Aleksandr Isaevič Solženicyn [səɫʒɨ'nʲitsɨn]; * 11. Dezember 1918 in Kislowodsk, Kaukasus; † 3. August 2008 in Moskau) war ein russischer Schriftsteller, Dramatiker und Träger des Nobelpreises für Literatur.
Leben Solschenizyn studierte vor dem Zweiten Weltkrieg Mathematik und Philosophie in Rostow am Don. Während des Krieges kämpfte Solschenizyn in der Roten Armee als Batteriechef einer Artillerieeinheit in einer Schallmesstruppe. Er nahm in dieser Funktion an der Schlacht bei Kursk, der Operation Bagration sowie der Weichsel-Oder-Operation in Ostpreußen teil. Seine Erlebnisse als Offizier während der Einnahme Ostpreußens schrieb er in Gedichtform im Band Ostpreußische Nächte und als Erzählung in Schwenkitten ’45 nieder.
In den letzten Kriegsmonaten wurde er überraschend von der militärischen Spionageabwehr verhaftet und in das Moskauer Gefängnis Lubjanka überstellt, weil er, Leninist, in Briefen an seinen Schwager Kritik an Stalin geübt hatte. Nach Artikel 58 des sowjetischen Strafgesetzbuches zu 8 Jahren Haft verurteilt, verbrachte er diese Zeit in Zwangslagern des Gulag, zunächst in einem Sonderlager für Wissenschaftler, wo er den ebenfalls inhaftierten Lew Kopelew kennenlernte. Später wurde Solschenizyn in den Lagerkomplex Ekibastus in Kasachstan verlegt. Während der Haftzeit ließ sich Solschenizyns Frau Natascha von ihm scheiden.
Im Februar 1953 wurde er aus der Lagerhaft entlassen, allerdings bis ans Lebensende verbannt. Als Verbannungsort zugewiesen wurde ihm die kleine Ortschaft Kok-Terek in der Steppe Kasachstans, wo er sich als Dorfschullehrer durchschlug. In dieser Zeit musste er sich einer Krebsoperation in einem Taschkenter Krankenhaus unterziehen, die er zusammen mit der anschließenden Behandlung später im Roman Krebsstation verarbeitete.
1957 wurde Solschenizyn offiziell rehabilitiert, die Verbannung wurde aufgehoben. Man konnte angesichts seiner Krebserkrankung davon ausgehen, dass er bald sterben würde. Er lebte danach in Rjasan, wo er gleichfalls als Lehrer arbeitete. Die Zeit war von der Wiederannäherung an Natascha und von großem Arbeitseifer geprägt. Er sah es als seine Aufgabe, den zum Schweigen Gebrachten seine Stimme zu leihen. Er zog sich oft in abgelegene Hütten abseits der Zivilisation zurück, um ungestört schreiben zu können. Er hasste die damals in der russischen Sprache verbreiteten Abkürzungen.
In seiner Erzählung „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ von 1962 schilderte Solschenizyn den grausamen Lageralltag eines Gefangenen in einem sowjetischen Arbeitslager. Die Schrift konnte überraschenderweise in der sowjetischen Literaturzeitschrift Nowy Mir erscheinen, da sie der vorsichtigen Auseinandersetzung mit dem Stalinismus, die unter Partei- und Staatschef Chruschtschow begonnen hatte, entgegenzukommen schien: Im September 1962 waren diverse Dichter auf Chruschtschows Datscha am Schwarzen Meer eingeladen. Chruschtschow lernte bei dieser Gelegenheit die Erzählung kennen und gestattete ihre Publikation. Nach dem großen Erfolg, den die Erzählung als Buch und als Zeitungsveröffentlichung Ende 1962 erzielte, wurde Solschenizyn in Moskau Chruschtschow auch persönlich vorgestellt. Nach dessen Sturz war jedoch kein Platz mehr für Solschenizyns Kritik an den Verhältnissen in der Sowjetunion. Der KGB beschlagnahmte im September 1965 das Originalmanuskript seines Romans „Im ersten Kreis“. 1969 wurde Solschenizyn aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. Den Nobelpreis für Literatur des Jahres 1970 nahm er nicht persönlich entgegen, da er befürchtete, nach der Verleihungszeremonie nicht mehr in die Sowjetunion zurückkehren zu können.
Ein Wachturm im Projekt 503 der Stalineisenbahn von Workuta nach IgarkaEin monumentales historisches Werk lieferte er mit der Beschreibung des sowjetischen Lagersystems in „Der Archipel Gulag“. Es wurde unter Zeitdruck im Tamisdat veröffentlicht, nachdem der KGB das Manuskript des ersten Teils des Werks entdeckt hatte. Solschenizyn wurde in der Folge am 14. Februar 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen. Er fand zunächst Aufnahme in der Bundesrepublik Deutschland bei Heinrich Böll, später lebte er in Zürich und siebzehn Jahre lang im US-Staat Vermont.
Obwohl er im Ausland sehr willkommen war und seine Privatsphäre respektiert wurde, blieb Russland immer seine geistige Heimat. Sein Werk „Zwischen den Mühlsteinen“ legt Zeugnis ab, wie sehr er sich von „einigen Kreisen“ eingenommen fühlte. (siehe dazu auch Nikolai Getman) Da er stets überzeugt war, eines Tages in sein Vaterland zurückzukehren, bemühte er sich nicht, die englische Sprache zu lernen und in den USA heimisch zu werden.
Solschenizyn trat im Exil dennoch als reger politischer Publizist und Redner hervor, der mitunter harsche Kritik an den seiner Meinung nach dekadenten und materialistischen westlichen Demokratien übte. Mit seiner Betonung der Moral und Geistigkeit des Russentums verärgerte er viele westliche Intellektuelle. Kritiker wandten wiederholt ein, dass sich Solschenizyn sowohl politisch als auch - mit seinen letzten Romanen - künstlerisch „verrannt“ habe. Bei zahlreichen westlichen Intellektuellen desavouierte sich Solschenizyn endgültig, als er 2000 in einem Essay den zu dieser Zeit bereits seit vier Jahren verstorbenen Dichter und Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky mit anti-modernen Klischees und Verdächtigungen als völlig „verwestlicht“, gottfern und menschenfeindlich verunglimpfte - eine Vorgehensweise, die manche Kritiker an stalinistische Kampagnen erinnerte.
Im Jahr 1990 wurde Solschenizyn rehabilitiert und bekam seine sowjetische Staatsbürgerschaft zurück. Er kehrte 1994 nach Russland zurück, war von den Verhältnissen dort allerdings schon bald enttäuscht, da sein Heimatland von einer „moralischen Erneuerung“, wie er sie sich erträumt hatte, weiter denn je entfernt war. Immer öfter verwickelte sich Solschenizyn in der Folgezeit in Widersprüche und sorgte für Kopfschütteln bei seinen einstigen Bewunderern. 1999 übte er mehrfach Kritik am Einsatz der NATO in Jugoslawien: „Unter den Augen der Menschheit ist man dabei, ein großartiges europäisches Land zu zerstören, und die zivilisierten Regierungen applaudieren … Nachdem sie die Vereinten Nationen auf den Müll geschmissen hat, proklamiert die NATO der Welt für das kommende Jahrhundert ein altes Gesetz – das des Dschungels: Der Stärkere hat immer recht.“ [1] Boris Jelzin forderte er während des Ersten Tschetschenienkrieges zum Rückzug aus Tschetschenien auf, gegen den von Wladimir Wladimirowitsch Putin begonnenen Zweiten Tschetschenienkrieg hatte er allerdings nichts einzuwenden und forderte in diesem Zusammenhang sogar die Todesstrafe für „tschetschenische Terroristen“. Schließlich traf er sich sogar mit Putin zu einem Gespräch, bei dem sich beide über das Schicksal und die Größe Russlands unterhielten.
Für sein zweibändiges Werk „Zweihundert Jahre zusammen“, das die jüdisch-russische Geschichte von 1795 bis 1916 (Band 1) bzw. von 1917 bis 1972 (Band 2) darstellt, erntete er Kritik, da es von westlichen Medien als antisemitisch angesehen wurde. Solschenizyn bekannte sich später auch nachdrücklich zum orthodoxen Christentum. Seit 2006 wird an einer Edition seines Gesamtwerks gearbeitet, die 2010 abgeschlossen sein soll.
Alexander Solschenizyn starb am 3. August 2008 im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Hirnschlags in seinem Moskauer Haus im Kreis der Familie und hinterlässt seine Frau Natalja Svetlova und drei Söhne. Beigesetzt wurde Solschenizyn am 6. August 2008 auf dem Moskauer Donskoi-Friedhof (russisch Донское кладбище).
Auszeichnungen 1970: Nobelpreis für Literatur 1983: Templeton-Preis 1998: Lomonossow-Goldmedaille der Russischen Akademie der Wissenschaften 2007: Staatspreis der Russischen Föderation durch Präsident Putin
Bezüge auf Solschenizyn Der Song Mother Russia der britischen Band Renaissance bezieht sich auf die Ausbürgerung Solschenizyns 1974. In seinem Roman Der Gaukler bezieht sich Harry Thürk auf Solschenizyn, auch wenn der Name nicht genannt wird. Andreas Schmidt erwähnt Solschenizyn in seinem Buch Leerjahre. Leben und Überleben im DDR-Gulag an mehreren Stellen. In dem Roman Was für ein schöner Sonntag nimmt Jorge Semprun Bezug auf das Buch
Werke Das rote Rad August Vierzehn November sechzehn März siebzehn April siebzehn (nicht übersetzt) Der Archipel Gulag (1974) Der erste Kreis der Hölle Die Eiche und das Kalb. Skizzen aus dem literarischen Leben Die russische Frage Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (1962) Kerze im Wind Krebsstation Heldenleben – Zwei Erzählungen Matrjonas Hof Nemow und das Flittchen Ostpreußische Nächte Republik der Arbeit Zweihundert Jahre zusammen (über das Zusammenleben von Juden und Russen in Russland und die Rolle der Juden in der jüngeren russischen Geschichte) Band 1 – Die russisch-jüdische Geschichte 1795–1995 Band 2 – Die Juden in der Sowjetunion Zwischen zwei Mühlsteinen. Mein Leben im Exil Was geschieht mit der Seele während der Nacht? A World Split Apart (1978) Text of Adress at Harvard Class Day Schwenkitten '45
Zitate Na und wenn mal was verboten ist, wird sich ein Deutscher schon nicht darüber hinwegsetzen.“
– Schilderung der Befragung gefangener deutscher Soldaten über technische Erfindungen durch das NKWD, Der Archipel GULag Band 2; Dritter Teil - Arbeit und Ausrottung; Kapitel 18 - Die Musen im GULag; ISBN 3-499-14197-3 S. 437
„Ein Wort der Wahrheit überwindet die ganze Welt.“
– Alexander Solschenizyn in seiner Nobelpreisrede
Alexander Solschenizyn verstarb am Sonntag, den 3. August 2008
Düsseldorf (ddp-nrw). Einen Tag nach Erhalt des Heine-Preises 2008 der Landeshauptstadt Düsseldorf wird der israelische Schriftsteller Amos Oz am 14. Dezember aus seinem Roman «Eine Geschichte von Liebe und Finsternis» lesen. Die Veranstaltung findet ab 11.00 Uhr im Düsseldorfer Schauspielhaus statt, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung am Montag mitteilte. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Amos Oz wird einen Tag vorher, am 13. Dezember, den Heine-Preis 2008 überreicht bekommen. Bei dem Festakt werde der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Laudatio halten, hieß es.
Der Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen in Deutschland und wird seit 1972 verliehen. Seit 2006 ist er mit 50 000 Euro dotiert. Am 13. Dezember ist der 211. Geburtstag von Heinrich Heine.
Die Romane und Erzählungen von Oz, geboren 1939 in Jerusalem, befassen sich den Angaben nach in realistisch-dramatischer, teils in fanatisch-burlesker, teils in satirisch-komischer Weise mit der jüngeren gesellschaftlichen, politischen und psychologischen Befindlichkeit in seinem Land.
In Deutschland wurde Oz 1992 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er erhielt außerdem zahlreiche weitere Preise, darunter den Welt-Literaturpreis (2004), den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt (2005) und den Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz (2008).
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
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