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 Sozialwissenschaften
NEFERTARI Offline

Moderator die Stimme aus der Grabkammer
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14.11.2009 05:54
Mein Freund, das Monster antworten

Kleine Kinder verwandeln böse Ungeheuer in freundliche Wesen

Das Monster lauert unterm Bett oder im Schrank – aber keine Angst, es ist eines von der lieben Sorte. Nach Meinung von US-Forschern könnten Eltern kleinen Kindern mit diesem Argument helfen, beispielsweise die Angst vor der Dunkelheit zu überwinden. Sind die Kinder schon älter, sollten die Eltern hingegen besser darauf hinweisen, dass Monster gar nicht existieren. Das haben Liat Sayfan und Kristin Hansen Lagattuta von der University of California in Davis in einer Studie mit rund 50 Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren herausgefunden. Kinder fürchten sich demnach nicht nur vor echten Bedrohungen wie Löwen oder Schlangen, sondern auch vor imaginären Kreaturen, beispielsweise Monstern oder Geistern. Wie sie mit ihren Ängsten umgehen, hängt jedoch vom Alter der Kinder ab. Jüngere Kinder machen sich mit der Vorstellung Mut, das Monster könne ja auch ein nettes sein. Ältere hingegen sagten sich immer wieder, dass es ja gar keine Ungeheuer gibt, berichten die Wissenschaftler.

Wenn das Licht ausgeknipst wird und sich die Kinderzimmertür schließt, kommen sie, die Vampire und Geister, die Monster und Drachen mit ihren schrecklichen Zähnen und Klauen. Liat Sayfan und Kristin Hansen Lagattuta gingen einer Frage nach, die sicherlich alle Eltern beschäftigt: Wie nehme ich meinem Kind die Angst vor diesen Ungeheurn? In ihren Untersuchungen bekamen 50 Kinder im Alter von vier, fünf oder sieben Jahren Geschichten erzählt, in denen potentiell angsteinflößende Gestalten vorkamen. Zusätzlich schauten sich die Kinder zu den Geschichten gehörende Bilder an. Da sich die Kinder mit den Figuren identifizieren können sollten, waren die Hauptfiguren ebenfalls Kinder, die entweder einer realen Bedrohung begegneten, beispielsweise einer Schlange, oder einer Fantasiegestalt wie einem Gespenst.

Anschließend befragten die Forscher die Mädchen und Jungen, wie sich das Kind in der Geschichte wohl gefühlt habe, als es der Kreatur begegnete. Falls die Kinder angaben, das Kind habe Angst gehabt, erkundigten sie sich weiter nach dem Grund dafür und was das Kind in der Geschichte denn unternehmen könne, um die Furcht zu bekämpfen. Die Ergebnisse der Befragungen zeigten, dass der Umgang mit der Angst vom Alter der Kinder abhing: Während jünger Kinder überlegten, das Monster oder Tier müsse ja nicht zwangsläufig böse sein, riefen sich ältere Kinder in Erinnerung, dass es keine Monster gibt.

Im Zusammenhang mit fiktiven Bedrohungen meistern also alle Kinder ihre Angst, indem sie an ihrer Vorstellung arbeiten. Allerdings sind sie sich dessen erst ab einem Alter von etwa sechs Jahren bewusst. Das bestätigte auch das Verhalten älterer Kinder, wenn die Geschichten von einer realen Bedrohung handelten: In diesem Fall reagierten sie eher mit einer konkreten Handlung: Jungen wollten gegen das Tier kämpfen, die Mädchen der Bedrohung aus dem Weg gehen.

Liat Sayfan und Kristin Hansen Lagattuta (University of California, Davis): Child Development, Band 80, Nummer 6, Seite 1756-1774, doi: 10.1111/j.1467-8624.2009.01366.x

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