Eine gewaltige Flutwelle hat vor einigen hunderttausend Jahren Großbritannien vom europäischen Festland getrennt. Das sagen britische Wissenschaftler, die am Boden des Ärmelkanals die Überreste eines riesigen Flusstals entdeckt haben, das ihrer Ansicht nach durch diese Flutwelle entstanden sein muss. Als sich das Tal schließlich mit Meerwasser füllte, wurde England endgültig zur Insel.
Von der Lage in Westeuropa vor etwa 450.000 Jahren zeichnen die Geowissenschaftler ein dramatisches Bild: Die Zungen riesiger Gletscher schoben sich von Skandinavien aus nach Süden und Südwesten und bedeckten nicht nur das heutige Dänemark, Teile Norddeutschlands, Englands und Irlands, sondern auch die gesamte Nordsee. Das Eis blockierte den Abfluss des Rheins und der Themse ins Meer. Nach Süden war dem Wasser der Weg in den Atlantik durch einen breiten Bergrücken aus Kreidefelsen versperrt, der sich etwa an der Stelle der heutigen Straße von Dover befand und England mit dem europäischen Kontinent fest verband.
So staute sich das Wasser zu einem riesigen See auf, der nahezu die gesamten heutigen Niederlande und Teile der südlichen Nordsee umfasste. Die ansteigenden Wassermassen ließen die Felsbarriere vor 425.000 bis 180.000 Jahren schließlich brechen, so dass sich eine gewaltige Flutwelle ihren Weg nach Südwesten in den Atlantik bahnte. Mehrere Monate lang, so schätzen die Forscher, durchströmten so jede Sekunde eine Milliarde Liter Wasser die Barriere und schufen so in kurzer Zeit ein gigantisches Flusstal. Diese Welle muss zu den gewaltigsten Fluten gehört haben, die sich auf der Erde jemals ereigneten, schreiben Studienleiter Sanjeev Gupta und seine Kollegen.
Der auf diese Weise entstehende Megastrom erhielt von südwestlich gelegenen Flüssen wie der Somme und der Seine noch weiteres Wasser und mündete in der Gegend der heutigen Bretagne in den Atlantik. Viele Jahrtausende lang war er für die frühen Menschen eine unüberwindliche Barriere, glaubt Gupta. Das könnte auch erklären, warum die menschliche Besiedlung Großbritanniens damals für etwa 120.000 Jahre ins Stocken geriet. Als nach dem Höhepunkt der Vergletscherung in der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren der Meeresspiegel um etwa hundert Meter anstieg, versank das Flusstal im Meer. Auf diese Weise entstand der Ärmelkanal, der seither England vom europäischen Kontinent trennt.
Sanjeev Gupta (Imperial College, London) et al.: Nature, Bd. 448, S. 342
..Hm...ich finde der Strom hätte ruhig noch länger und stärker sein können und all die Inselaffe gleich mitnehmen können.......ach stimmt die gab es damals ja noch nicht...
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
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