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Dieses Thema hat 27 Antworten
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 Biographien
Seiten 1 | 2
Bienchen Offline

Moderator DORNRÖSCHEN
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01.06.2008 19:51
Günther Wallraff antworten

Ein Mann, dessen Bücher mich schon sehr lange faszinieren!

Hier seine Biografie:

Günter Wallraff wurde am 1. Oktober 1942 in Burscheid bei Köln geboren.

Sein Vater arbeitete bei Ford/Köln, seine Mutter stammte aus bürgerlichen Verhältnissen, ihre Eltern besaßen ein Klaviergeschäft.

Nach dem Besuch des Gymnasiums bis zur Mittleren Reife machte er eine Buchhändlerlehre und wurde Buchhändler.

Noch in den 50er Jahren begann er zu schreiben - zunächst als Verfasser lyrischer Gedichte, deren Vorbilder Wolfgang Borchert und expressionistische Dichter waren. Einige veröffentlichte er 1960/61 in der "Flugschrift für Lyrik".

1963 wurde Günter Wallraff gemustert und zur Bundeswehr eingezogen. Sein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung wurde abgelehnt. Da er sich trotzdem beharrlich weigerte, eine Waffe in die Hand zu nehmen, wurde er zur Beobachtung in die psychiatrische Abteilung des Bundeswehrlazaretts Koblenz eingewiesen. Um in einer Umgebung, die ihn für verrückt hielt, überleben zu können, schrieb er ein Tagebuch - auch in der Hoffnung, seine Erfahrungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seine erste, allerdings noch unfreiwillige Rolle, die des Wehrdienstverweigerers und Psychiatrie-Patienten, war für ihn ein Schlüsselerlebnis und bildete den Ausgangspunkt seiner späteren Arbeiten.

Als "abnorme Persönlichkeit" eingestuft, "für Krieg und Frieden untauglich", wurde er entlassen. Dieses ärztliche Urteil ist von politischen Gegnern immer wieder aufgegriffen worden, um Günter Wallraff abzuqualifizieren.

Heinrich Böll ermutigte den Verfasser des "Bundeswehr-Tagebuches", weiterzumachen und seine Erfahrungen niederzuschreiben. Das bestärkte Günter Wallraff in seinem Entschluß, nach seiner Entlassung nicht mehr in den Buchhandel zurückzukehren, sondern die bundesdeutsche Wirklichkeit von innen und von unten kennenzulernen.

Von 1963 bis 1965 arbeitete er in verschiedenen westdeutschen Großbetrieben. Seine Reportagen darüber erschienen zuerst in der Gewerkschaftszeitung "Metall", 1966 als Buch unter dem Titel 'Wir brauchen Dich. Als Arbeiter in deutschen Industriebetrieben". (Taschenbuchausgabe 1970: "Industriereportagen").

Heinrich Böll charakterisierte Günter Wallraffs Arbeitsmethode sehr treffend in einem Vorwort zur schwedischen Übersetzung der "13 unerwünschten Reportagen" (1970):

"Er ist kein Reporter im Uberkommenden Sinn, der recherchiert, interviewt und dann seinen Bericht schreibt. Er ist kein Essayist, der sich informiert und dann abstrakt analysiert. Er gehört auch nicht zu den Autoren, die das, was man herablassend die Arbeitswelt zu nennen beliebt, zum Gegenstand von Romanen und Erzählungen macht. (...) Wallraff hat eine andere Methode gewählt, er dringt in die Situation, über die er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede 'Überhöhung' vermeidet, sich nicht einmal des Jargons bedient, der ja als poetisch empfunden werden könnte."

(Heinrich Böll, Günter Wallraffs unerwünschte Reportagen. - In: Christian Linder (Hrsg.), In Sachen Wallraff, Köln 1975, S.9)

Die "Industriereportagen" machten Günter Wallraff bekannt. Sie brachten ihn mit Schriftstellern der Dortmunder Gruppe 61 zusammen, vor denen er 1965 seine erste Lesung hatte.

1966 war er Mitarbeiter bei der "Hamburger Morgenpost", ab Herbst bei der satirischen Zeitschrift "Pardon". Seit 1968 arbeitet er für die Hamburger Zeitschrift "Konkret".

Im selben Jahr wurde seine "szenische Dokumentation" zum Grundgesetzartikel 1 unter dem Titel "Nachspiele" vom westfälischen Landestheater im "jungen forum" der

Ruhrfestspiele aufgeführt; das Stück vergleicht das Verfassungsgebot - "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - mit der bundesdeutschen Rechtswirklichkeit.

Im November 1968 wurde Günter Wallraff der Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für seine "Industriereportagen" zugesprochen. Nachdem es zu Protesten gegen diese Verleihung gekommen war, erklärte der damalige Ministerpräsident des Bundeslandes öffentlich, daß man neben der fachlichen Bewertung der Preisträger in Zukunft "auch deren Verwurzelung in der freiheitlich-demokratischen Ordnung" beachten solle. Gegen diese Einmischung einer staatlichen Instanz in die Belange von Literatur und Kunst protestierten daraufhin zahlreiche bekannte Schriftsteller, darunter auch Heinrich Böll. Günter Wallraff spendete die Preissumme je zur Hälfte an den Rechtshilfefonds der APO und an die Vietnam-Hilfe. Später entschuldigte sich der Ministerpräsident bei ihm.

Da die ''Industriereportagen'' auf so großes öffentliches Interesse stießen, wurden in den Chefetagen der betroffenen Unternehmen schon frühzeitig sogenannte "Wallraff-Steckbriefe" verfaßt, zur Vorwarnung für die Personalbüros anderer Firmen, in die sich Günter Wallraff "einschleichen" könnte.

Trotz solcher Präventivmaßnahmen gelang es ihm immer wieder, in die "Intimsphäre" von Wirtschaft und Staat einzudringen, um über skandalöse Arbeits- und Herrschaftsverhältnisse, über undemokratische und unmenschliche Ansichten und Verhaltensweisen von Unternehmern, Managern und Amtsträgern berichten zu können. Dazu schlüpfte er jedesmal in eine fremde Rolle. Für die 1969 erschienenen "13 unerwünschten Reportagen", zuerst in "Pardon" und "Konkret" abgedruckt, war er Alkoholiker in einem Irrenhaus; Obdachloser; ein Student, der ein Zimmer sucht; ein katholischer Fabrikant, der katholische Geistliche befragt, ob es mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren sei, Napalm zu produzieren; usw.

Nach Veröffentlichung des Buches wurde ihm der Prozeß wegen Amtsanmaßung gemacht. Um an Informationen über den Aufbau halbmilitärischer Werkschutzeinheiten zu kommen, hatte er sich bei verschiedenen Großbetrieben telefonisch als "Ministerialrat Kröver" von einem frei erfundenen "Zivilausschuß" des Bundesinnenministeriums ausgegeben.

In seiner Verteidigungsrede vor dem Frankfurter Schöffengericht am 9.12.1969 berief sich Günter Wallraff auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information. Seine Arbeitsmethode habe zum Ziel, "in einer fremden Rolle Sachverhalte aufzudecken, die anders nicht zu erfahren sind" (zit. nach: Christian Linder (Hrsg.), In Sachen Wallraff, S.28). Zu dem Anklagepunkt der Amtsanmaßung erklärte er:

"Ich wählte das Amt des Mitwissers, um ein Stück weit hinter die Tarnwand von Verschleierung, Dementis und Lügen Einblick nehmen zu können. Die Methode, die ich wählte, war geringfügig im Verhältnis zu den rechtsbeugenden Maßnahmen und illegalen Erprobungen, die ich damit aufdeckte." (a.a.O., S.28/29)

Das Gericht sprach Günter Wallraff frei.

1970 erschien die Reportagensammlung "Von einem, der auszog und das Fürchten lernte" ; sie enthielt auch das "Bundeswehr-Tagebuch", das zuerst in einer Jugendzeitschrift veröffentlicht worden war.

Im Juni 1970 wurde der "Werkkreis Literatur der Arbeitswelt" gegründet, als organisatorische und inhaltliche Alternative zur Gruppe 61. Repräsentanten der Dortmunder Gruppe hatten sich immer mehr auf die Produktion von Literatur im engeren Sinne und auf die Geltung herkömmlicher literarischer Qualitätsmaßstäbe verlegt, so daß sich schreibende Arbeiter mehr und mehr ausgeschlossen fühlten. Diese bildeten bald eine eigene Arbeitsgemeinschaft, die sich an der Tradition der Arbeiterkorrespondenten in der Weimarer Republik orientierten. Günter Wallraff unterstützte die Neugruppierung von Anfang an und war auch Gründungsmitglied des "Werkkreises", der aus der Arbeitsgemeinschaft hervorging. Auf der ersten Tagung in Gelsenkirchen forderte er in einem Grundsatzreferat die entschiedene Hinwendung der Literatur zur gesellschaftlichen Wirklichkeit.

1971 sendete das ZDF einen Fernsehfilm Günter Wallraffs über die Fürsorgeerziehung unter dem Titel "Flucht vor den Heimen" . Im selben Jahr wurde Wallraff Mitglied im P.E.N.-Club.

1972 veröffentlichte er "Neue Reportagen, Untersuchungen und Lehrbeispiele", darunter Recherchen über den Wahrheitsgehalt einer"BILD" -Story und über Praktiken der Managerausbildung sowie den "Melitta-Report" .

Zunehmend arbeitete Günter Wallraff mit anderen Autoren zusammen. Mit Jens Hagen schrieb er die "Chronik einer Industrieansiedlung": "Was wollt ihr denn, ihr lebt ja noch" (1973); zusammen mit Bernt Engelmann seinen ersten Bestseller "Ihr da oben - wir da unten" (erschienen im selben Jahr). Das letzte Buch entstand aus einer besonderen 'Arbeitsteilung': Engelmann, schon vorher Kenner der "Oberen Zehntausend", nahm sich "die da oben" vor und berichtete über deren Ansichten und Lebensgewohnheiten, während Wallraff wieder in verschiedene Rollen "der da unten" schlüpfte, um herauszufinden, wie die Oberen ihren aufwendigen Lebensstil finanzieren.

1974 entstand das Fernsehspiel "Ermittlungen gegen Unbekannt" (mit Jürgen Alberts) für das ZDF.

Im Mai des Jahres reiste Günter Wallraff als Mitglied des Solidaritätskomitees für politische Gefangene nach Griechenland. Am 10.5. kettete er sich an einen Laternenmast auf dem Athener Syntagmaplatz an und verteilte Flugblätter, in denen er gegen die Mißachtung der Menschenrechte durch das griechische Militärregime protestierte, speziell die Praktiken willkürlicher Verhaftungen politischer Gegner und deren Folterung anprangerte. Daraufhin wurde er von Geheimpolizisten zusammengeschlagen, verhaftet und im Hauptquartier der Sicherheitspolizei gefoltert. Seine Identität als Deutscher stand zu diesem Zeitpunkt nicht fest: Günter Wallraff hatte vorher alle Hinweise darauf entfernt und auch keine Ausweispapiere dabei, so daß man ihn für einen gewöhnlichen griechischen Oppositionellen hielt.

Erst als man erfuhr, wen man vor sich hatte, ließen die Folterspezialisten von ihm ab. Er wurde zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt, im August, nach dem Sturz der Militärjunta, wieder freigelassen.

In Griechenland wurde die Solidaritätsdemonstration für die politisch Inhaftierten als Zeichen der Hoffnung verstanden. In der Bundesrepublik, nachdem ein Film über die Ereignisse auf dem Syntagmaplatz vom Fernsehmagazin "Panorama" ausgestrahlt worden war, entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. So warf man Günter Wallraff vor, er habe mit seiner Aktion vor allem für sich Reklame machen wollen und von der Situation der politischen Gefangenen in Griechenland letztlich abgelenkt. Gleichwohl erreichte er mit seiner Demonstration, daß beim bundesdeutschen Publikum die griechischen Verhältnisse unter einer faschistischen Militärdiktatur schlaglichtartig bewußt wurden.

Für ihn selbst war es eine Möglichkeit, "wieder von ganz unten, in einer Rolle durch und durch etwas zu erleben, was aufgrund der privilegierten Rolle als Autor, als Journalist nicht mehr möglich wäre." (a.a.O., S. 58)

1975 veröffentlichte Günter Wallraff seine Erfahrungen, zusammen mit Eckart Spoo, unter dem Titel "Unser Faschismus nebenan. Griechenland gestern - ein Lehrstück für morgen" (erweiterte Neuauflage 1982).

Ebenfalls 1974 unternahm er einen ersten Rollentest als Gastarbeiter. Ein Film des Westdeutschen Fernsehens dokumentiert, wie er zusammen mit einem türkischen Freund verschiedene Vermieter aufsucht, um ein Zimmer zu bekommen.

1975/76 fand der zweite Versuch statt, Günter Wallraffs Recherchiermethode zu kriminalisieren. Der Kölner Gerling-Konzern, wo Wallraff zwei Monate als Bote gearbeitet hatte (1973; veröffentlicht in "Ihr da oben - wir da unten" ), warf ihm den Gebrauch falscher Ausweispapiere vor. Auch dieser Prozeß endete mit Freispruch.

Im März 1976 traf Günter Wallraff in Düsseldorf den portugiesischen General Spinola, mit dessen Kreisen er während seines dreimonatigen Portugal-Aufenthaltes (er arbeitete

dort auf einer Landarbeiter-Kooperative mit) zufällig in Kontakt gekommen war, in der Rolle eines Waffen- und Strauß-Unterhändlers. Ihm gelang es so, Spinolas Putschpläne durch Veröffentlichung (im "Stern" und in "Konkret" ) zu vereiteln.

(Buchveröffentlichung im selben Jahr, mit Hella Schlumberger, unter dem Titel

"Aufdeckung einer Verschwörung. Die Spinola-Aktion"; Neuveröffentlichung 1982 in:

"Unser Faschismus nebenan. Erfahrungen mit Nato-Partnern" )

1977 arbeitete Günter Wallraff vier Monate unter dem Decknamen Hans Esser als Reporter in der Hannoveraner BILD-Redaktion und deckte in dem anschließenden Buch "Der Aufmacher. Der Mann, der bei BILD Hans Esser war" ( 1977) die unverantwortlichen Recherchiermethoden, Verfälschungen und politischen Manipulationen der Boulevardzeitung auf

Die Veröffentlichung dieses Berichts setzte ihn einer beispiellosen Hetz-Kampagne durch BILD und andere Springer-Zeitungen aus. Er wurde öffentlich verleumdet und heimlich bespitzelt, Wanzen wurden in seiner Wohnung gelegt und Telefone abgehört.

Der Springer-Konzern strengte einen Prozeß gegen Wallraff an, zunächst mit dem Ziel, das Buch verbieten zu lassen. Das gelang jedoch nicht; stattdessen erschien "Der Aufmacher" in veränderten Neuauflagen.

1981 endete die Prozeßkette vor dem Bundesgerichtshof mit einem Erfolg für Günter Wallraff. Das Gericht bescheinigte ihm das Recht, seine Erfahrungen in der BILD-Redaktion zu veröffentlichen, da sich sein Buch mit "gewichtigen Mißständen" befasse und "Fehlentwicklungen eines Journalismus aufzeige", an deren Erörterung die Allgemeinheit "in hohem Maße" interessiert sein müsse. Gegen dieses Urteil legte der Springer-Konzern eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Dessen Grundsatzurteil, das 1983 erging, bestätigte jedoch den Spruch des Bundesgerichtshofs.

Auf den "Aufmacher" folgte 1979 der Band "Zeugen der Anklage. Die BILDbeschreibung wird fortgesetzt", in dem Opfer von BILD zu Wort kommen und Zeugen, die über jahrzehntelange Erfahrungen in dem Blatt verfügen. Die Anti-Bild Trilogie schloß 1981 mit dem "BILD-Handbuch. Das BlLD-Handbuch bis zum BILDausfall". In einem Interview verglich Günter Wallraff seinen Kampf gegen den Pressegiganten mit dem Vorgehen eines Arztes, der sich stufenweise einer Krankheit nähert und Mittel zu ihrer Heilung sucht:

"Der Aufmacher", das war vergleichbar einer Anamnese, einer Erforschung der Vorgeschichte... "Zeugen der Anklage", das war die Diagnose. Hier wurde sichtbar, wie weit in das Leben der Menschen in unserem Land BILD hineinwirkt. Das "BILDHandbuch" geht zur Therapie über.

Neben weiteren Dokumenten, Analysen und Selbsterfahrungsberichten enthält der dritte 'BILD-Band' als Hilfe zur Selbsthilfe eine Reihe von Beispielen, in denen sich Betroffene mit Hilfe des Presserechts erfolgreich gegen den Springer-Konzern wehren konnten.

Bevor Günter Wallraff seine gesammelten BILD-Zeitungen von 15 Jahren endgültig dem Altpapier-Container und damit einem sinnvolleren Zweck überließ, stellte er eine Auswahl von BILD-Schlagzeilen zusammen, die er 1985 als "Günter Wallraffs BILDerbuch" veröffentlichte.

Zu den Recherchen bei BILD-Hannover 1977 entstand auch die erste längere Filmarbeit, die Jörg Gfrörer besorgte. Der WDR, der den Dokumentarfilm ursprünglich produziert hatte, setzte jedoch eine geplante Ausstrahlung ab, nachdem Gefolgsleute des Springer-Konzerns außerhalb des Pressehauses dagegen Einspruch erhoben hatten. Der BILD-Film - "Informationen aus dem Hinterland" - kam dann in die Kinos.

1981 entstand für das ZDF der Fernsehfilm "Knoblauch, Kölsch und Edelweiß", in dem Günter Wallraff sein Wohnviertel, Köln-Ehrenfeld, vorstellte.

In "Nicaragua von innen" berichtete er 1983 von einem Aufenthalt in diesem Land nach dem Sturz des Somoza-Regimes. Über seine journalistischen, literarischen und politischen Vorbilder legte er 1984 in "Mein Lesebuch" Rechenschaft ab.

Schon nach Abschluß der Anti-BlLD-Trilogie begann Günter Wallraff, sich auf seine bisher letzte Rolle, die des Türken Ali Levent, vorzubereiten. Genau 11 Jahre nach seinem ersten Anlauf in der Ausländerrolle erlebte er dann bundesdeutsche Wirklichkeit aus einer Perspektive, die Deutschen sonst nicht zugänglich ist, und machte Erfahrungen, die eher an das südafrikanische Apartheitsregime erinnern als an den vielgerühmten demokratischen Rechtsstaat.

In seiner Rolle war er unter anderem Hilfskraft in einer Filiale von McDonald's, Leiharbeiter auf einer Großbaustelle sowie bei einem Arbeiterverleiher bei Thyssen /Duisburg und Versuchskaninchen bei einem Medikamentenversuch. Er erlebte, wie Türken buchstäblich als "der letzte Dreck" angesehen und behandelt werden, gebraucht nicht nur als "Lückenbüßer" der wirtschaftlichen Konjunktur, sondern vor allem als Billigarbeitskräfte für jeden Zweck, für dreckigste und gefährlichste Arbeiten.

Trotz gesundheitlicher Schädigungen, trotz aller Menschenverachtung und Demütigungen, die er zu spüren bekam, erfuhr Günter Wallraff in seiner Ali Levent-Rolle auch Positives, ihn Aufbauendes: die Solidarität und Freundschaft seiner Kollegen. Anders als während seiner Arbeit in er BIL D-Redaktion wo er sich vollständig verleugnen mußte, war er immer auch ein Stück er selbst, auch wenn er seine Identität nicht preisgeben durfte.

Das Echo auf die Veröffentlichung seiner Erfahrungen in dem Buch "Ganz unten" (Oktober 1985) war unvergleichlich groß. Fernsehen und Presse nahmen sich des Themas Leiharbeit engagiert an und übten dadurch Druck auf Politiker und Unternehmer aus. In Nordrhein-Westfalen haben zahlreiche illegale Leiharbeitsfirmen Besuch vom Staatsanwalt bekommen, entsprechend sind auch gerichtliche Verfahren eingeleitet worden.

Um Ausländern wirksam helfen zu können, richtete Günter Wallraff den Hilfsfonds "Ausländersolidarität" ein. Für ein in Duisburg geplantes Wohnmodell, in dem Ausländer und Deutsche zusammen leben werden, stiftete er den Großteil seiner Honorare.

Weitere Preise und Auszeichnungen:

1979 Gerrit-Engelke-Literaturpreis der Stadt Hannover

1983 Monismanienpreis / Göteborgs Nation und Universität Uppsala (S)

1984 Carl von Ossietzky-Medaille

1985 Literaturpreis der Menschenrechte (Frankreich) zusammen mit James Baldwin

1987 British Academy Award / of Film and Television Art

1987 Französicher Medienpreis Prix Jean d'Arcy für den Film "Ganz unten"




Seine Homepage:

http://www.guenter-wallraff.com/

Bibliografie:


Wir brauchen dich. Als Arbeiter in deutschen Industriebetrieben. Rütten und Loenig, München 1966.

Taschenbuch: Industriereportagen. Als Arbeiter in deutschen Großbetrieben. Rowohlt, Reinbek 1970.

Vorläufiger Lebenslauf nach Akten und Selbstaussagen des Stefan Paul Zahl, Berlin 1968.

Neuauflage: Giftzwerge-Press, Heergugowaard/NL, 1978.

Meskalin - Ein Selbstversuch. Mit Original-Offsetlithographien von Jens Jensen. Peter Paul Zahl, Berlin 1968.

Nachspiele, Szenische Dokumentation. Edition Voltaire, Frankfurt/M. 1968.

Neuauflage: Pendragon-Verlag, Bielefeld 1982.

13 unerwünschte Reportagen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1969.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1975.

Neuauflage: KiWi 725, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002.

Hängt den D. auf! Ein nicht gesendetes Femsehspiel. In: Blätter für deutsche und intemationale Politik, Heft 10, S.1110-1120, 1969.

Von einem, der auszog und das Fürchten lernte. Bericht, Umfrage, Aktion. Aus der unterschlagenen Wirklichkeit. Weismann, München 1970.

Neuauflage: Zweitausendeins, Frankfurt 1979.

Neue Reportagen, Untersuchungen und Lehrbeispiele. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1972.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1974.

Was wollt ihr denn, ihr lebt ja noch. Chronik einer Industrieansiedlung. Zusammen mit Jens Hagen. Rowohlt, Reinbek 1974.

Ihr da oben, wir da unten. Zusammen mit Bemt Engelmann. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1973. Erweiterte Sonderausgabe 1975.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1976.

Wie hätten wir's denn gerne? Untemehmenstrategen proben den Klassenkampf. Zusammen mit Bernd Kuhlmann. Peter Hammer, Wuppertal 1975.

Neuauflage: Pendragon-Verlag, Bielefeld 1983.

Unser Faschismus nebenan. Griechenland gestem - ein Lehrstück für morgen. Zusammen mit Eckart Spoo. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1975.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1982 (ergänzt, erweitert u. aktualisiert). Neuauflage: Rowohlt, Reinbek 1986.

Neuausgabe: Unser Faschismus nebenan. Erfahrungen bei NATO-Partnern. (Dem Band liegen zugrunde: "Unser Faschismus nebenan. Griechenland gestem..." und "Aufdeckung einer Verschwörung" und das Kapitel "Eine Zeit auf der Kooperative".) Kiepenheuer & Witsch, Köln 1987.

Die Reportagen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1976.

Aufdeckung einer Verschwörung. Die Spinola-Aktion. Zusammen mit Hella Schlumberger. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1976.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1982. In: Unser Faschismus nebenan.

Berichte zur Gesinnungslage der Nation/Berichte zur Gesinnungslage des Staatsschutzes. Zusammen mit Heinrich Böll. Rowohlt, Reinbek 1977.

Der Aufmacher. Der Mann, der bei "Bild" Hans Esser war. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1977.

Veränderte und erweiterte Neuausgabe 1977 u. 1982.

Zeugen der Anklage. Die "Bild"-beschreibung wird fortgesetzt. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1979.

Das "Bild"-Handbuch. Das Bild-Handbuch bis zum Bildausfall. Konkret-Literatur Verlag, Hamburg 1981.

Neuausgabe: Bild-Störung. Ein Handbuch. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1985.

Die unheimliche Republik. Politische Verfolgung in der Bundesrepublik. Zusammen mit Heinrich Hannover. VSA-Verlag, Hamburg 1982.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1984.

Nicaragua von innen. (Mit Beiträgen weiterer Autoren.) Konkret-Literatur Verlag, Hamburg 1983.

Mein Lesebuch. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 1984.

Bericht vom Mittelpunkt der Welt. Die Reportagen (Band enthält: "13 unerwünschte Reportagen" und unveröffentlichte Arbeiten aus den Jahren 1967-77.) Kiepenheuer & Witsch, Köln 1984.

Befehlsverweigerung. Die Bundeswehr- und Betriebsreportagen (Band enthält: "Von einem der auszog und das Fürchten lemte" und "Neue Reportagen, Untersuchungen und Lehrbeispiele".) Kiepenheuer & Witsch, Köln 1984.

Enthüllungen. Recherchen, Reportagen und Reden vor Gericht. Mit einem Nachwort von Oskar Negt. Zweitausendeins, Frankfurt/M. 1985.

Ganz unten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1985. (als Taschenbuch siehe auch Köln 1988)

Günter Wallraffs BILDerbuch. Nachwort von Heinrich Böll. Steidl Verlag, Göttingen 1985.

Predigt von unten. Steidl Verlag, Göttingen 1986.

Reportagen 1963-1974. Mit Materialien und einem Nachwort des Autors. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1987.

Vom Ende der Eiszeit und wie man Feuer macht. Aufsätze, Kritiken, Reden. Mit einem Vorwort von Prof.Dr. Hans Mayer. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1987.

Akteneinsicht. Steidl Verlag, Göttingen 1987.

Und macht euch die Erde untertan. Eine Widerrede. Steidl Verlag, Göttingen 1987.

Ganz unten. Mit einer Dokumentation der Folgen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1988.

Wallraff war da. Ein Lesebuch von Günter Wallraff. Steidl-Verlag, Göttingen 1989.

Ich - der andere. Reportagen aus vier Jahrzehnten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002.

Vorwort zu: Ted Conover, VORHOF ZUR HÖLLE - Undercover in Sing Sing, Rowohlt, Reinbek 2001



Sekundärliteratur

Dithmar, Reinhard: Günter Wallraffs Industriereportagen. Kronberg 1973.

Linder, Christian (Hrsg.): In Sachen Wallraff. Berichte, Analysen und Dokumente. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1975.

Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek 1977 (erweiterte Neuausgabe).

Neuausgabe: In Sachen Wallraff. Von den "Industriereportagen" bis "Ganz unten". Berichte, Analysen, Meinungen und Dokumente. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1986.

Berger, Frank: Thyssen gegen Wallraff. Chronik einer politischen Affäre. SteidlVerlag, Göttingen 1988.

Kriese, Wilfried: In meinen Augen Günter Wallraff. Mauer Verlag, Rottenburg a/N 2004

Gottschlich, Jürgen: Der Mann, der Günter Wallraff ist. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007

Braun, Ina: Günter Wallraff - Leben, Werk, Wirken, Methode. (ISBN 978-3-8260-3542-5) Königshausen + Neumann, Würzburg 2007



Hrsg. u.a.v.:

Heinz G. Schmidt: Der neue Sklavenmarkt. 1985

S.G. Turan: Freiwild. 1992

A. Lessing: Mein Leben im Versteck. 1994

S. Cürükkaya: PKK-Die Diktatur des Abdullah Öcalan.

D. Kaya: Meine einzige Schuld ist, als Kurdin geboren zu sein. 1998


Was Wikipedia dazu schreibt:

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff






Liebe Grüsse

Bienchen Offline

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21.10.2008 17:24
#2 RE: Günther Wallraff antworten

DDP-Meldung vom 21.10.2008, 16:28 Uhr

Enthüllungsjournalist rekrutiert Nachfolger

Berlin (ddp). An Rente denkt Günter Wallraff noch nicht. Der 66-jährige Enthüllungsjournalist plant weitere Reportagen im «Zeit»-Magazin, ein Buch und einen Kinofilm. Trotzdem blickt er realistisch in die Zukunft. «Ich muss mich jünger darstellen, sonst krieg ich die Jobs nicht mehr», sagt Wallraff und räumt ein, einige Rollen könne er bereits nicht mehr spielen. Deshalb plane er eine Stiftung, in der Journalisten und Gewerkschafter bei Enthüllungen und verdeckter Arbeit in Unternehmen unterstützt werden sollen. Am Dienstag erhielt Wallraff für sein Lebenswerk den Journalistenpreis der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Derzeit arbeitet Wallraff wieder undercover. In seinen kommenden Reportagen werde er unter anderem über die Arbeitsbedingungen in der Metall- und Nahrungsmittelindustrie, aber auch auf der Managerebene, berichten. Den genauen Inhalt seines nächsten Projekts wollte er jedoch nicht preisgeben.

Zuletzt hatte Wallraff einen Monat verdeckt als Niedriglöhner in einer rheinland-pfälzischen Backwarenfabrik gearbeitet. Die Mitarbeiter des Konzerns mussten Wallraff zufolge unter den widrigsten Arbeitsbedingungen Aufbackbrötchen für Lidl herstellen. NGG-Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg sagte, Wallraff habe maßgeblichen Anteil daran, Missstände in Unternehmen aufzudecken. In der Backwarenfabrik habe es nach der Veröffentlichung «tatsächliche Verbesserungen» für die Beschäftigten wie einen neuen Tarifvertrag sowie verbesserte Sicherheitsbedingungen gegeben.

In den 1960er Jahren begann der Schriftsteller, erste Reportagen über westdeutsche Großbetriebe zu schreiben. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete er unerkannt als Boulevardreporter bei «Bild» und später als türkischer Gastarbeiter unter anderem als Hilfskraft in einer Filiale von «McDonald´s» sowie als Leiharbeiter auf einer Großbaustelle.

Im Laufe seiner Arbeit setzte er sich mehrmals erfolgreich in Prozessen gegen «ausspionierte» Unternehmen durch. «Es ging mir dreckig während der Prozesse. In der Zeit habe ich die Sinnfrage gestellt», erinnert sich Wallraff. Heute jedoch mache ihm alles wieder Spaß. «Ich habe jetzt die Rückendeckung der Gesellschaft».

An einem seiner derzeitigen Projekte ist er jedoch «gescheitert». «Der gastronomische Luxus-Betrieb Wartenberger Mühle bei Kaiserslautern kaserniert seine Auszubildenden», sagt Wallraff. Diese ließen sich die 60-Stunden Wochen und kurze Pausen gefallen. Als das Gewerbeaufsichtsamt kam, seien die Azubis heimgeschickt worden. «Seit einem dreiviertel Jahr tut sich nichts und der Inhaber sagt, es sei doch überall so», fügt Wallraff hinzu. Er wolle dem Gastronomiebetrieb aber noch eine Chance geben. Falls jedoch nichts passiert, «werde ich veröffentlichen», droht Wallraff.

(ddp)

© ddp Deutscher Depeschendienst GmbH
Direkt-Link: http://www.derNewsticker.de/news.php?id=54525


Liebe Grüsse

Bienchen Offline

Moderator DORNRÖSCHEN
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09.12.2009 17:32
#3 RE: Günther Wallraff antworten

Ich habe mir heute sein neues Buch gekauft!!!!!!!!!!!!!!!!


Liebe Grüsse


Klarabella Offline

Administrator (Master of Desaster)
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10.12.2009 20:06
#4 RE: Günther Wallraff antworten

ich mag den Schmierfink nicht



ein Grüssle aus dem finsteren Schwarzwald sendet




Tshael

10.12.2009 20:55
#5 RE: Günther Wallraff antworten

Habe noch nie etwas von ihm gelsen

http://www.melanie-brosowski.de

Catty

11.12.2009 11:16
#6 RE: Günther Wallraff antworten

In meinen jungen Jahren als Jugendvertreterin und Gewerkschaftsmitglied war Wallraff sozusagen "Pflichtlektüre".
Aber ich finde, er hat auch viel zu sagen und es ist richtig, bestimmte Dinge aufzudecken.

Ich hab "Der Aufmacher", "Zeugen der Anklage" und "Ihr da oben - wir da unten" gelesen und die BILD-Hetzjagd auf Wallraff damals verfolgt. Ich finde es bemerkenswert, wenn ein Mensch, ein Journalist, das alles auf sich nimmt, um Mißstände offenzulegen. Auch ein Konzern wie Springer musste lernen, dass es Regeln gibt. Und nachdem die BILD ja scheinbar eines der meistgelesenen Blätter ist (armes Deutschland!), war es richtig, deren Methoden mal aufzudecken.
Ich finde es auch klasse, dass die Gerichte stets wirkliches Recht gesprochen haben und nicht vor den Rechtsabteilungen der Großkonzerne gekuscht haben. Ist ja auch keine Selbstverständlichkeit, wenn man an den Grünenthal-Prozess ("Contergan") denkt.

Ich erinnere mich noch an ein Beispiel aus "Der Aufmacher", als B-Reporter am Flughafen Touristen aus Mallorca (glaub ich) interviewten und Bilder von ihnen machten (mit deren Einverständnis). Die Touristen berichteten über tolles Wetter und super Bedingungen im Urlaub und nachdem das dem Chefredakteur zu langweilig war, las man am nächsten Tag kurzerhand über eine Schlechtwetterperiode und verregnete Ferien und frustrierte Touris, mit den Bildern, die am Flughafen geschossen worden waren. Und das war noch das harmloseste Beispiel in dem Buch!
Korrigiere mich bitte, Bienchen, falls ich jetzt etwas falsch in Erinnerung habe, ist schon über 30 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe.
Aber so funktionierte wohl Journalismus damals und wer weiß, ob's heute besser ist.

Herzlichst
Catty

Bienchen Offline

Moderator DORNRÖSCHEN
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11.12.2009 17:06
#7 RE: Günther Wallraff antworten

Zitat von Klarabella
ich mag den Schmierfink nicht




Warum "Schmierfink"????

Catty, das mit dem Flughafen hab ich noch gar nicht gelesen. Wohl aber das mit Bild - das war der Hammer. Seitdem halte ich noch weniger von diesen echten Schmierfinken, als eh schon - und ich hab vorher schon nichts von dieser Zeitung gehalten...

Ich finde solche Menschen extrem wichtig!!!


Liebe Grüsse


Gundl

11.12.2009 17:35
#8 RE: Günther Wallraff antworten

Also das versteh ich jetzt auch nicht Klara.
Warum ist er ein Schmierfink?
Er hat sehr viele Dinge hinter den Kulissen aufgedeckt.
Ich find den Mann gut !!!!
Endlich mal ein Jounalist der keine Angst hatte die Wahrheit zu sagen


Catty

11.12.2009 18:13
#9 RE: Günther Wallraff antworten

Ja, ich finde solche Menschen extrem wichtig, damit nicht alles aus dem Ruder läuft in der Welt der Raffgeier und Machtbesessenen ...

Herzlichst
Catty

Calimero

11.12.2009 18:58
#10 RE: Günther Wallraff antworten

Er konnte wohl manchen Mißstand aufdecken-aber ändern tut sich trotzdem nix!

Bienchen Offline

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12.12.2009 01:13
#11 RE: Günther Wallraff antworten

Ja, weil immer noch Millionen die B....-Zeitung lesen, nur weil sie billig ist.... Ich sag ja nicht, dass die anderen Tageszeitungen sooooooooo toll sind. Aber wenn ich schon die Schlagzeilen lese, dreht sich mir schon der Magen um.

Und wenn ein paar Menschen (so arg wenige werden es nicht sein) wissen, wie der Hase läuft, und das dann auch weitererzählen, dann hat es doch schon mal was gebracht.


Liebe Grüsse


Klarabella Offline

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12.12.2009 11:44
#12 RE: Günther Wallraff antworten

na gut, Schmierfink ist vielleicht ein bisschen krass. Aber ich mag einfach nicht wie er schreibt.
Klar hat er Dinge aufgedeckt. Aber seine Mittel der Enthüllung kamen teilweise auch aus einer Schublade ganz unten.



ein Grüssle aus dem finsteren Schwarzwald sendet



Gundl

12.12.2009 11:46
#13 RE: Günther Wallraff antworten

Könnt ich nicht finden. Beispiel ?


Klarabella Offline

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12.12.2009 12:09
#14 RE: Günther Wallraff antworten

Beispiel McDonalds.
http://antispe.de/txt/frass.html

Ich bin selber alles andere als ein Freund von dieser Kette. Aber ich behaupte auch, jeder der da isst weiß was ihn erwartet. Und trotzdem laufen diese Restaurants. Das Konzept ist hinlänglich bekannt.
Meine Stieftochter hat 2 Jahre lang bei McDonalds gejobt und sie hat sich ziemlich über den Bericht vom Wallraff aufgeregt. Selber fand sie die Zustände da fair und angemessen. Sie hat auch schlimmere Jobs gemacht. Geld, Abgaben und Freizeit waren geregelt. Dass man das Trinkgeld in die Hosentasche steckt ist generell nicht üblich. Ich habe selber mal in einer Drogeriekette an der Kasse gearbeitet. Auch wir durften keine Kleidung mit Taschen tragen.
Seine Enthüllungen sind also gar nicht so sensationel und unmenschlich. Nur wie er es darstellt lässt es so unglaublich klingen. Und er fasst nur die negativenb Dinge zusammen. Dinge die in Ordnung sind lässt er völlig weg. Das ist für mich keine objektive Berichterstattung sondern auch nichts anderes wie Sensationsjournalismus. Damit ist er selber nicht viel besser wie die, die er an den Pranger stellt.



ein Grüssle aus dem finsteren Schwarzwald sendet



Bienchen Offline

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12.12.2009 14:38
#15 RE: Günther Wallraff antworten

Naja, ich kenne nicht viele, die bei Mäckie voll zufrieden sind. Und woher wissen wir denn, wie es teilweise hinter den Kulissen aussieht? Von genau eben diesen Leuten, die so etwas aufdecken. Und man lässt sich ja einschleusen, um Missstände aufzudecken und nicht, um das Gute zu finden.

Bei uns heisst das doch: NET GSCHIMPFT IST GLOBT GNUG!

Für die positiven Dinge setzen sich die Unternehmen doch selbst ein, dazu braucht es niemanden von aussen.

Ich hab das vom Mäckie nicht gelesen. Aber als der Freund meiner Bekannten (Ende 40, gelernter Koch) sich dort beworben hat, konnte ihm der Personalchef nicht mal sagen, ob so ein Zeitvertrag, den dort ALLE bekomen, verlängert wird oder nicht. Bisher musste er das nie, da alle von sich aus gegangen sind.....


Liebe Grüsse


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