Zitat von BienchenJa, weil immer noch Millionen die B....-Zeitung lesen, nur weil sie billig ist...
... Und weil sie sich im Schreibstil dem Niveau seiner Leser angepasst hat: einfache Wörter (keine Fremdwörter) in einfachen, kurzen Sätzen. Da kann man jeden Mist verkaufen.
Zu McD: Ich habe selber 2 Jahre dort gejobbt, musste auch in verschiedenen Filialen einspringen und kann nur sagen, dass es auf die Filialleitung ankommt, wie mit einem umgegangen wird. Unsere Kleidung hatte noch Taschen, allerdings musste schon damals das Trinkgeld in die Kasse gelegt werden, bzw. kam dann irgendwann die Order, Trinkgeld müsse abgelehnt werden. Wir sagten dann eben den Kunden, dass wir leider kein Trinkgeld annehmen dürfen und haben korrekt rausgegeben.
Was mir an McD aufstößt ist, dass bis auf ein paar Angestellte alles mit 400 €-Kräften abgedeckt wird und das ist für unser Sozialsystem nicht besonders förderlich.
Aber jetzt bin ich vom eigentlichen Thema abgewichen ...
ic sehe das eigentlich so, Wallraff schreibt so dass man beim lesen denkt, wie furchtbar. Wenn man aber mal nachdenkt, so schreibt er absolut nichts neues. Die Zustände die er schildert sind nicht nur bei McDonalds Gang und Gäbe. Die kann man praktisch auf jedes Großunternehmen anwenden. Aber so wie er es schreibt ist es eine einzige Hetztkampagne gegen McDonalds. Er hätte genauso Burger King oder Nordsee nehmen können. Da wäre er zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Im übrigen landet das Trinkgeld in der Gastronomie immer in der Geldtasche. Auch in guten Hotels und Restaurants. Oder hat von euch schon mal jemand erlebt das die Bedienbung oder der Kellner das Trinkgeld in die Hosentasche steckt. Tringelder werden bei Feierabend abgerechnet. Warum schreibt er es also so, als wenn das menschenunwürdig wäre. Aber genau das ist sein Stil. Egal was er gerade enthüllt.Und das gefällt mir nicht. Wenn ich suche werde ich immer und überall Missstände aufdecken können.
Wie gesagt, das mit Mäckie habe ich nicht gelesen. Aber seine anderen "Enthüllungen" habe ich wohl so aufgefasst, dass er auch allgemein diese Zustände oder Praktiken anprangert. Wie soll das denn gehen - er kann ja nicht in jeden einzelnen Betrieb gehen. Aber man sieht, dass gerade bei grossen Konzernen nicht immer alles Gold ist was glänzt. Und gerade diese Grosskonzerne prahlen doch (logischerweise) mit den guten Dingen, die sie tun.
Wenn man seine Bücher liest, dann ist doch eigentlich klar, dass das Momentaufnahmen sind. Er hat es halt dort so erlebt, wo anders geht es ganz anders zu. Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Gedanken gehabt, dass z.B. der ganze Verlag solchen Mist verzapft, wie er in der B-Redaktion der Zeitung beschrieben hat.
Genauso dürfte ich mir dann ja auch keine Sendungen im TV ansehen, die eben solche Dinge auch aufdecken (Report, Fakt usw.).
ja schon. Und ich finde es im Prinzip auch gut wenn Missstände aufgedeckt werden. Nur gerade bei ihm werde ich das Gefühl nicht los, er macht es nicht zur Aufklärung sondern für sein eigenes Image. Ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Aber er kommt mir nicht seriös vor. Ich mag ihn einfach nicht. Aber vermutlich würde ich ihn auch nicht mögen wenn er die Geschichte von Hänsel und Gretel schreiben würde. Ist einfach so.
Ich denke, seine Zeit war einfach eher Ende der 60er, Anfang der 70er, als Otto Normalverbraucher noch an integre Unternehmer und wahrheitsgemäße Berichterstattung glaubte.
Aber mal sehen: Morgen, 21 Uhr im ZDF kommt "Unter Null Günter Wallraff - obdachlos durch den Winter" Wallraff hat sich letzten Winter unter eine Gruppe Obdachloser begeben und berichtet darüber.
wenn ich es irgendwie schaffe, dann werde ich mir das ansehen. Ich habe eine Verbindung zu Obdachlosen. Und ich weiß in etwa wie die ticken. Das können wir mit unseren Bedürfnissen gar nicht vergleichen. Mal sehen, was er in der Szene heraus gehört hat. Nur so am Rande. Wir hatten einen Bekannten der hat ganz bewusst den Winter in einer ungeheizten Wanderhütte jedem Container oder jeder Mission vorgezogen. Leider ist er dann auch hier bei uns erfroren. Mein Mann hat ihn gefunden. Der Mann war 2x im Jahr bei uns zu Gast. Und er hat uns Dinge erzählt, das war schon höhere Philosophie. Wir haben ihn gemocht, meine Kinder haben ihn geliebt. Du hättest ihn niemals in eine Wohnung bekommen. Alleine die Vorstellung war für ihn Horror. Ich muß dazu sagen, schon seine Eltern waren Landstreicher. Er hat nie was anderes gekannt und auch nichts anderes gewollt. Für ihn hat nur die Freiheit gezählt. Er hat uns mit all unseren Verpflichtungen bedauert.
Also den Bericht von damals habe ich mir angesehen! Und momentan lese ich gerade sein neues Buch. Es ist in einzelne Bereiche aufgeteilt und ich bin noch nicht fertig. Gelesen habe ich die Teile: --> als Schwarzer unterwegs in Deutschland --> Undercover als Call-Center-Agent --> als Obdachloser unterwegs in Deutschland (von dem auch der Fernsehbericht handelte) --> Undercover als Arbeiter bei der Brötchen-Bäckerei die Lidl beliefert --> und nun bin ich gerade beim Teil über die "Gepflogenheiten" bei Azubis in der gehobenen Gastronomie (vor allem Koch-Lehrlinge)
Ich muss sagen, äusserst interessant, was er so alles erlebt hat!!!
Die Tage sah ich eine Sendung von Wallraff, die ich bei arte aufgenommen hatte. Er ist als Schwarzafrikaner verkleidet durch Deutsche Landen gezogen und hat mitgefilmt. Eine Kamera war in seinem Hemdenknopf, die andere hatte eine Begleiterin oder ein Begleiter.
Es war wirklich unglaublich, wie er behandelt und angegafft wurde. Dabei war er sehr zurückhaltend, höflich, hat nie provoziert und sprach natürlich gutes Deutsch. Als Kwami aus Somalia, der beim Goethe-Institut Deutsch gelernt hat. Lediglich in einer Rosenheimer Kneipe gab es welche, die sich wirklich für ihn interessiert und ihn ganz normal behandelt haben. Ich muss nicht erwähnen, dass er im Osten teilweise froh sein konnte, dass ihm nichts passiert ist. Nur Polizisten in einem Fussballfan-Zug haben die Leute zusammengestaucht, die ihn angepöbelt haben.
Ich muss sagen, ich habe mich direkt "fremdgeschämt", was da teilweise abgelaufen ist. Nicht über die Blicke. Ich kann verstehen, dass man sich umguckt, denn Wallraff gibt keinen besonders hübschen Afrikaner ab-er sah schon sehr speziell aus.
In einer Oberbayrischen Gemeindebehörde hat er sich mit einem Freund (Afrikaner mit Deutschem Pass)lediglich erkundigt, was es kostet, die Jägerprüfung zu machen und einen Jagdschein zu beantragen. Er bekam keinerlei Auskünfte und der Zimmervorstand warf sie dann hinaus, sonst hole er die Polizei.
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
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