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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 47 mal aufgerufen
 Gesundheitsthemen
NEFERTARI Offline

Moderator die Stimme aus der Grabkammer
Beiträge: 13.444
Punkte: 14.915


20.11.2011 07:29
Schlaganfall-Vorbeugung - Aufregung um neuen Gerinnungshemmer antworten

Ein neues Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfällen ist in die Schlagzeilen geraten: Pradaxa wird vor allem Patienten mit Vorhofflimmern verordnet. Weltweit sollen 260 Patienten nach der Einnahme des Gerinnungshemmers gestorben sein. Ob das am neuen Medikament liegt, ist nicht bewiesen.

Bei der Einführung von Pradaxa in Deutschland vor zwei Monaten wurde das Mittel als Alternative zu Marcumar angepriesen. In Deutschland schlucken es rund eine Million Menschen. Jetzt ist das Mittel in die Schlagzeilen geraten. Ulrike Till, SWR Wissenschaftsredaktion, weiß mehr.

Sollen die Patienten jetzt doch lieber beim bekannten Marcumar bleiben?

Das müssen die Patienten natürlich ausführlich mit ihrem Arzt diskutieren. Klar ist, Pradaxa hat ganz entscheidende Vorteile gegenüber Marcumar: wer Marcumar nimmt, um gefährlichen Blutgerinnseln vorzubeugen, muss häufig zum Arzt und seinen Gerinnungsfaktor kontrollieren zu lassen, dann muss unter Umständen die Dosis wieder verändert werden. Pradaxa dagegen können die Ärzte ohne ständige Kontrollen einfach in einer festen Dosis verordnen. Außerdem gibt es viel weniger gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten als bei Marcumar. Große Studien haben auch gezeigt, dass Pradaxa in einer höheren Dosierung um 30 Prozent besser vor Schlaganfällen schützt als der Klassiker Marcumar.

Aber 260 Todesfälle seit März 2008, das ist doch beunruhigend, oder?Natürlich muss man ganz genau beobachten, ob Pradaxa möglicherweise doch schlimmere Nebenwirkungen hat als vermutet. Aber die Zahlen, die jetzt diskutiert werden, sind im Moment wirklich kein Grund zur Panik: denn alle Blutgerinnungshemmer können innere Blutungen auslösen, wenn das Blut zu stark verdünnt wird. Wenn ein Risikopatient jedoch gar keine Medikamente nimmt, hat er oder sie eben ein massives Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben; gar nichts tun ist also keine Alternative.

Und der direkte Vergleich mit Marcumar zeigt: auch da erleiden von 100.000 Patienten jedes Jahr rund 330 tödliche Blutungen - das ist laut Ärztezeitung deutlich mehr als bei Pradaxa. Diese Risiken sind auch schon lange bekannt - deshalb hat die zuständige Bundesbehörde für Arzneimittelsicherheit auch keine Warnung vor dem neuen Mittel herausgegeben.

Was sollten denn Patienten tun, die jetzt schon Pradaxa einnehmen?

Ganz ganz wichtig ist es, das Medikament jetzt auf keinen Fall auf eigene Faust einfach abzusetzen. Dann steigt das Schlaganfallrisiko nämlich drastisch an. Nicht nur der Hersteller von Pradaxa, die Pharmafirma Böhringer Ingelheim, hat deshalb vor Panikreaktionen gewarnt; auch führende Schlaganfallexperten mahnen zur Besonnenheit.

Entscheidend ist, dass Ärzte nochmal ganz genau überprüfen, wem sie Pradaxa verordnen. Deshalb hat Böhringer Ingelheim vor kurzem auch schon einen sogenannten Rote-Hand-Brief mit speziellen Warnhinweisen an Ärzte verschickt. Herzkranke mit einer schlechten Nierenfunktion dürfen Pradaxa auf keinen Fall bekommen; auch für sehr alte Patienten oder solche, die schon einmal Blutungen erlitten haben oder zusätzlich noch andere Blutverdünner einnehmen, ist Pradaxa ungeeignet. Für alle anderen aber sehen Gesundheitsbehörden und Fachgesellschaften im Moment keinen Grund, von dem Mittel abzuraten.

http://www.swr.de/contra/-/id=7612/nid=7...jpv6/index.html

Katzenkind Offline

Vollprofi
Beiträge: 1.623
Punkte: 1.776

05.12.2011 10:09
#2 RE: Schlaganfall-Vorbeugung - Aufregung um neuen Gerinnungshemmer antworten

Jedes Mittel hat doch Vor- und Nachteile.
Und 260 Todesfälle innerhalb von knapp 3 Jahren (bei wievielen Patienen überhaupt?) empfinde ich persönlich als nicht viel.

Meine Großeltern mussten beide Marcumar nehmen, und die Prozedur mit Gerinnungsfaktor messen ist natürlich immer lästig gewesen, aber man hat es doch gut verkraften können, alle zwei Wochen mal einen Piks zu bekommen.

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Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert

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