In Warmzeiten fühlten sich Laubwälder auch im hohen Norden wohl
Vor etwa 53 Millionen Jahren waren weite Gebiete der Arktis vermutlich bewaldet, ähnlich wie heute der Südosten Nordamerikas. Das haben Wissenschaftler der University of Birmingham anhand von Pollen- und Fossilien-Analysen herausgefunden. Das Klima entsprach in diesen nördlichsten Breiten demnach zur damaligen Zeit nahezu dem unseres Klimas in Mitteleuropa heute.
Dazu analysierte das britisch-amerikanische Forscherteam über 50 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten des Stenkul-Fjords im Süden der kanadischen Insel Ellesmere auf darin enthaltenen Pollen, sowie Pilzsporen und Fossilien von Säugetieren und Reptilien. Zur Altersbestimmung der einzelnen Funde nutzten die Wissenschaftler in Säugetier-Zähnen und Fischskeletten enthaltene Sauerstoffisotope. Aus den Ablagerungen schließen die Paläontologen, dass es vor etwa 53 Millionen Jahren eine Art Treibhausklima gegeben haben muss, wie es auch in den nächsten Jahrzehnten wieder entstehen könnte: Die Jahresdurchschnittstemperatur lag demzufolge bei 8 bis 15 Grad Celsius, im Sommer kletterte das Thermometer vermutlich zum Teil auf über 20 Grad, im Winter bewegten sich die Temperaturen mutmaßlich um den Gefrierpunkt – Verhältnisse, wie sie heute in Europa oder im Süden Nordamerikas zu finden sind.
Dass auch die Vielfalt und Zusammensetzung der Flora ähnlich aussahen, damit hatten Harrington und seine Kollegen nicht gerechnet. Denn im Vergleich zu den mittleren Breiten bekamen die Pflanzen im hohen Norden auch vor 53 Millionen Jahren im Winter nahezu kein Sonnenlicht ab, im Sommer dafür fast rund um die Uhr. Die Ergebnisse zeigen aber eine recht große Vielfalt an sommergrünen Laubbäumen wie beispielsweise Zypressen, aber auch Urweltmammutbäume und verschiedene Fichtenarten. Damit glich die arktische Vegetation zu Beginn unseres Erdzeitalters der moderner Laubmischwälder im Südosten Nordamerikas – 5.000 Kilometer südlich von Ellesmere. Allerdings sind laut den Wissenschaftlern nur 46 Prozent der gefundenen Arten mit den heute in Nordamerika vorkommenden Blütenpflanzen verwandt. Das spreche, so Harrington, entweder für die Entwicklung einer endemischen, also nur in dieser Region vorherrschenden Vegetation, oder die Verbreitung dieser Arten erfolgte nicht über Europa oder Nordamerika, sondern über Sibirien.
Die Forscher verglichen ihre Daten aber mit denen aus anderen ähnlich weit nördlich liegenden Regionen und stellten dabei fest, dass sich die Zusammensetzung der Arten bis zu einer Entfernung von 6.000 Kilometern sehr stark ähnelt.
Besonders überrascht zeigten sich die Wissenschaftler über die Vielfalt der Blütenpflanzen – sie scheinen während Warmzeiten viel weiter nördlich zu wandern, als vermutet. Sie liefern also eine entscheidende Erkenntnis über die künftige Entwicklung der Polarregionen.
Guy Harrington (University of Birmingham, Großbritannien) et al.: Proceedings of the Royal Society B, doi: 10.1098/rspb.2011.1704
Daran waren aber nicht die Ozonwerte schuld. An der üppigen Vegetation in der Arktis, meine ich. Wenn überhaupt, dann können das nur die Dinosaurierpfürze verursacht haben.
„Es gibt kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern.“
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
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