In Nordamerika erlegten Menschen bereits vor knapp 14.000 Jahren Verwandte der Mammuts
Eine Speerspitze in der Rippe eines Mastodon-Fossils: Die aktuelle Datierung dieses spektakulären Fundes belegt, dass die Ureinwohner Nordamerikas bereits 1000 Jahre früher als bislang angenommen schon große Säugetiere erlegten. Den Analysen der Forscher um Eske Willerslev von der Universität in Kopenhagen zufolge ereignete sich der prähistorische Kampf mit dem tonnenschweren Rüsseltier vor knapp 14.000 Jahren.
Bereits Ende der 1970er-Jahre hatten Archäologen im US-Staat Washington das Mastodon-Skelett freigelegt. Doch erst jetzt, 30 Jahre später, konnten die Wissenschaftler um Willerslev das Tier und damit auch die Speerspitze, die in einer der Rippen des Mammut-Verwandten steckte, datieren.
Fehlende und angesägte Knochen ließen die Forscher schon früher darauf schließen, dass das Tier nach seinem Tod von Menschen zumindest zerlegt worden war. Doch erst die Speerspitze brachte den entscheidenden Hinweis: Dieses Mastodon wurde auch von Menschen gejagt und erlegt. Der Speer bohrte sich den Evolutionsbiologen zufolge 25 bis 30 Zentimeter durch Fell und Muskeln – und blieb schließlich in einer der Rippen des riesigen Tieres stecken.
Anhand von DNA-Analysen, der C14-Methode, Computer-Simulationen und Vergleichen mit anderen Funden, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass sowohl das Mastodon als auch der Knochen, der zur Herstellung der Speerspitze verwendet wurde, rund 14.000 Jahre alt sind. „Zudem ist diese Erkenntnis ein weiterer Beweis, dass Menschen schon länger in Nordamerika lebten als bislang vermutet“, interpretiert Eske Willerslev. Der Direktor des GeoGenetics-Center am dänischen Naturhistorischen Museum widerlegte bereits vor drei Jahren die Annahme, dass die Menschen der sogenannten Clovis-Kultur vor 13.000 die ersten Einwohner Nordamerikas waren. Nach seinen Forschungen lebten dort bereits vor etwa 14.300 Jahren Menschen. „Jetzt haben wir auch den Beweis, dass es dort fast ein Jahrtausend vor den Clovis schon Jäger gab“, so Willerslev.
Der Biologe zieht aus dem Fund nicht nur Schlüsse über die menschliche Besiedlungsgeschichte, sondern auch über das Aussterben der Mastodonten: „Die Tiere wurden über einen sehr viel längeren Zeitraum bejagt als vermutet. Das rückt auch ihr Aussterben, genauso wie das der Mammuts, in ein anderes Licht. Vielleicht rottete der Mensch sie doch nicht aus, sondern es gibt für ihr Verschwinden einen ganz anderen Grund, wie beispielsweise den damaligen Klimawandel.“
Michael Waters (Texas A&M University) et al.: Science, Bd. 334, S. 351, doi: 10.1126/science.1207663
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
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