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 Film und Fernsehen
Klarabella Offline

Administrator (Master of Desaster)
Beiträge: 30.057
Punkte: 31.736


15.09.2011 10:17
Sie hat es verdient antworten

gestern hat das ARD den Film gesendet. Ich hatte eine Besprechung und ein Interview zu dem Film mit VERONICA FERRES und LIV LISA FRIES in den Hauptrollen im Radio gehört. Darum hae ich mir gedacht, den schau ich mir mal an. Danach war ich völlig erschüttert. Das ist derart an die Nieren gegangen. Solche Bilder wird man so schnell nicht wieder los. Zumal man ja fast täglich in der Presse mit neuen Vorfällen dieser Art konfrontiert wird. Der Film war sehr gut gemacht und auch hervorragend besetzt. Wir haben gestern noch lange darüber diskutiert.


Susanne nimmt all ihren Mut zusammen und lädt ihren Mitschüler Josch zu ihrem 16. Geburtstag ein. Damit provoziert sie dessen Freundin Linda. Linda und ihre Clique entführen das Mädchen. Für Susanne beginnt eine furchtbare Nacht.
Susanne Wagner (Saskia Schindler) wird 16, ihre Freunde und Freundinnen sind zur Feier erschienen - nur das Geburtstagskind fehlt. Ihre Mutter Nora (Veronica Ferres) macht sich Sorgen. Was ist geschehen? Susanne ist heimlich verliebt in ihren Klassenkameraden Josch (François Goeske), den sie auch zur Party einladen wollte. Sie provozierte damit aber den Hass der ruppigen, mit Josch liierten Mitschülerin Linda (Liv Lisa Fries). Der sensible Junge tanzt ebenso wie die unscheinbare Kati (Sina Tkotsch) nach Lindas Pfeife. Zu Hause aber hat die schnoddrige Anführerin nichts zu melden. Ihr Vater Robert (Oliver Mommsen) missbraucht sie; ihre Mutter Marianne (Jule Ronstedt) verschließt davor die Augen, für sie ist die Tochter ein Monster. Tatsächlich gibt Linda sich alle Mühe, diesem Bild zu entsprechen. Die wohlbehütete Susanne dagegen hat alles, was Linda fehlt. Nachdem "Miss Piggy" - so wird Susanne verächtlich genannt - ihr nun auch noch den Freund auszuspannen gedenkt, will Linda der Nebenbuhlerin zum Geburtstag eigentlich nur einen Denkzettel verpassen. Sie stachelt ihre Clique an, Susanne zu entführen. Auf dem Dachboden von Lindas Elternhaus gerät die Situation jedoch schnell außer Kontrolle. Auf Lindas Geheiß beginnen Kati und Josch, die verängstigte Mitschülerin erbarmungslos zu erniedrigen und zu misshandeln. Josch hält die Situation schließlich nicht mehr aus und verständigt die Polizei. Im Krankenhaus erliegt Susanne ihren schweren Verletzungen. Nora kann nicht verstehen, warum ihre Tochter sterben musste. Ein Jahr später besucht sie Linda im Gefängnis. Die Antwort auf die Frage, warum ihre Tochter sterben musste, ist erschütternd: Sie hat es verdient!
Mit kompromissloser Radikalität zeigt Thomas Stiller in seinem ambitionierten Drama die Mechanismen jugendlicher Gewalt. Veronica Ferres überzeugt in der ungewöhnlichen Rolle einer Mutter auf der Suche nach Antworten. Neben Martin Feifel, Jule Ronstedt und Oliver Mommsen sind die talentierten Nachwuchsdarsteller Liv Lisa Fries, Saskia Schindler, François Goeske und Sina Tkotsch zu sehen.
Nach den S-Bahn-Schlägern von München und den Schul-Amokläufen ist das Thema Jugendgewalt beklemmend präsent. Regisseur und Autor Thomas Stiller, für "Unter dem Eis" mit dem Adolf-Grimme-Preis geehrt, verarbeitete das brisante Sujet zu einer der bemerkenswertesten Fernsehproduktionen der vergangenen Jahre. Sein provokantes Drama gibt keine bequemen Antworten. Erschütternde Gewaltszenen, gefilmt mit dokumentarisch anmutender Handkamera, fordern dem Zuschauer einiges ab. Dank kunstvoll gestaffelter Rückblenden löst der Film sich von der üblichen Erzählchronologie. Liv Lisa Fries spielt ein Mädchen, das so böse ist, wie man es noch nie im deutschen Fernsehen sah - dabei entspricht sie keineswegs dem Klischee der verrohten Ghettogöre aus dem sozialen Brennpunkt. Der nette "Tatort"-Star Oliver Mommsen in der Rolle des inzestuösen Vaters ist ein weiterer Besetzungscoup. Neben Jule Ronstedt und Martin Feifel wird "Sie hat es verdient" geprägt durch die ausdrucksstarken Jungschauspieler Saskia Schindler, François Goeske und Sina Tkotsch. Veronica Ferres, die die Mutter des Opfers verkörpert, ist zugleich auch Koproduzentin des ambitionierten Projekts.



„Es gibt kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern.“
-Astrid Lindgren-




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