Bei Stotterern steuert das motorische Zentrum auf der rechten Gehirnhälfte den Redefluss
In dem mit vier Oscars bedachten Kinofilm „The King’s Speech“ bringt der Sprachtherapeut Lionel Logue den stotternden König George VI. ohne Umschweife dazu, flüssig aus Shakespeare zu rezitieren. Sein Trick: den Monarchen über Kopfhörer mit Beethoven beschallen, so dass dieser seine eigene Stimme nicht hört. Deutsche Wissenschaftler konnten jetzt belegen, dass sich hinter diesem Effekt weit mehr als ein psychologischer Schachzug verbirgt: Sie stellten fest, dass sich das für den Redefluss zuständige Zentrum bei Stotterern anstatt in der linken in der rechten Gehirnhälfte befindet.
Der an König George VI. beobachtete Effekt legt nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen Hören und flüssigem beziehungsweise abgehacktem Sprechen gibt. Bisherige Studien hatten bei Stotterern bereits einen erhöhten Blutfluss im rechten Teil des motorischen Zentrums im Gehirn nachgewiesen. Das Sprachzentrum, das den Redefluss steuert, befindet sich aber normalerweise in der linken Gehirnhälfte.
Ein Forscherteam um Nicole Neef von der Universität Göttingen konnte nun anhand eines Rhythmus-Experiments belegen, dass diese Funktion bei Menschen, die stottern, tatsächlich in der anderen Gehirnhälfte angesiedelt ist. Dazu ließen sie Probanden im Rhythmus eines Metronoms mit dem Finger den Takt auf einem Tisch mitklopfen. Mit der sogenannten transkraniellen Magnetstimulation (TMS), bei der von außen ein Magnetfeld an den Schädel angelegt wird, störten die Wissenschaftler dann Teile des Motorcortex, ein Schlüsselareal des Bewegungszentrums, das sich im mittleren Teil der Hirnrinde befindet. Es steuert unter anderem einzelne Bewegungen und setzt aus ihnen ganze Bewegungsabfolgen zusammen.
Das Ergebnis: Legten die Forscher bei den nicht stotternden Probanden den rechten Teil des Motorcortex lahm, hielten die Probanden den Rhythmus. Wurde dagegen der linke Teil entsprechend stimuliert, kamen sie aus dem Konzept. Stotterer dagegen zeigten die exakt gegenteilige Reaktion: Bei einer Störung der linken Gehirnhälfte konnten sie den Rhythmus des Metronoms halten, bei der Störung der rechten Hälfte verloren sie ihn.
Das Zentrum, das den Redefluss steuert, scheint bei Stotterern also sozusagen die „Seite gewechselt zu haben“, wie das Team vermutet. Ob sich bei stotternden Menschen von Kindesbeinen an diese Funktion in der anderen Gehirnhälfte abspielt oder ob sie sich aufgrund des Stotterns dorthin verlagert, ist allerdings noch nicht bekannt.
Quelle: eRecht24.de - Internetrecht von Rechtsanwalt Sören Siebert
Die Inhalte unserer Seiten wurden mit größter Sorgfalt erstellt.
Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte
können wir jedoch keine Gewähr übernehmen. Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für
eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.
Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht
verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu
überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige
Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der
Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon
unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem
Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei
Bekanntwerden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte
umgehend entfernen.
Haftung für Links
Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren
Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese
fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte
der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der
Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung
auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige
Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente
inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte
einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen
werden wir derartige Links umgehend entfernen.
Urheberrecht
Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten
unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und
jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen
der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Downloads
und Kopien dieser Seite sind nur für den privaten, nicht kommerziellen
Gebrauch gestattet. Soweit die Inhalte auf dieser Seite nicht vom Betreiber erstellt wurden,
werden die Urheberrechte Dritter beachtet. Insbesondere werden Inhalte Dritter als solche
gekennzeichnet. Sollten Sie trotzdem auf eine Urheberrechtsverletzung aufmerksam werden, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis.
Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Inhalte umgehend entfernen.
Datenschutz
Die Nutzung unserer Webseite ist in der Regel ohne Angabe personenbezogener Daten möglich. Soweit auf unseren Seiten personenbezogene Daten (beispielsweise Name,
Anschrift oder eMail-Adressen) erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben.
Wir weisen darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B.
bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen kann.
Ein lückenloser Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Dritte ist nicht
möglich.
Der Nutzung von im Rahmen der Impressumspflicht veröffentlichten Kontaktdaten
durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderter
Werbung und Informationsmaterialien wird hiermit ausdrücklich widersprochen.
Die Betreiber der Seiten behalten sich ausdrücklich rechtliche Schritte
im Falle der unverlangten Zusendung von Werbeinformationen, etwa durch Spam-Mails,
vor.