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 Experiment und Forschung
NEFERTARI Offline

Moderator die Stimme aus der Grabkammer
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24.05.2011 07:12
Warum Astronauten schneller Schnupfen kriegen antworten

Lange Aufenthalte im Weltraum bringen das Immunsystem durcheinander

Eine der Hürden auf dem Weg zum Mars ist offenbar höher als bisher angenommen: Das Immunsystem der Astronauten wird bei Langzeitaufenthalten im All wahrscheinlich geschwächt. Französischen Forschern zufolge sind Antikörper, die im All gebildet werden, nämlich weniger effektiv im Kampf gegen Viren, Bakterien und Krebszellen. Das zeigt die Analyse der Immunantwort von Molchen in der Schwerelosigkeit im Vergleich zu auf der Erde geimpften Versuchstieren. "Wir hoffen, nun Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, die diesen Veränderungen des Immunsystems entgegenwirken. Das könnte nicht nur Astronauten nützen, sondern auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf der Erde", sagt Jean-Pol Frippiat von der Université Henri Poincaré-Nancy.

Für die Studie nutzten die Forscher Proben von Versuchen, die noch auf der russischen Raumstation MIR durchgeführt worden waren. Hier hatten Kosmonauten unter den Weltraum-Bedingungen Molche geimpft und anschließend Blutproben entnommen. Diese haben Frippiat und seine Kollegen nun mit den Ergebnissen von immunisierten Molchen auf der Erde verglichen. Amphibien eignen sich für Untersuchungen des Immunsystems besonders gut, denn sie nutzen die gleichen zellulären Mechanismen zur Antikörperproduktion wie der Mensch, erklären die Forscher die ungewöhnlich scheinende Wahl ihrer Versuchstiere.

Antikörper haben die Aufgabe, Krankheitserreger und Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen. Findet zwischen bestimmten weißen Blutkörperchen und einem sogenannten Antigen - der Struktur, an die ein Antikörper andockt - ein Kontakt statt, wird die Abwehrzelle aktiviert. Ein komplexes Regelsystem führt dann zur Produktion von Antikörpern, die das gesamte Immunsystem gegenüber der erkannten Gefahr scharfmachen.

Der Vergleich der Antikörper, die im All produziert worden waren, mit ihren irdischen Gegenstücken zeigte den Forschern zufolge deutliche Unterschiede: Bestimmte molekulare Eigenschaften der Eiweißpartikel dokumentieren, dass die Space-Antikörper schlechter in der Lage sind, den Körper gegen Bedrohungen zu wappnen. Offenbar brauchen die weißen Blutkörperchen für die fehlerfreie Produktion der Abwehrpartikel die Schwerkraft, folgern die Forscher.

„Im „Outer Space“ könnten die Probleme in unserem „Inner Space“ zur großen Herausforderung werden“, kommentiert Gerald Weissmann, Chefredakteur der Zeitschrift „FASEB“, in der die Studie der französischen Forscher erschienen ist (doi: 10.1096/fj.11-185215).

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